„Ich weiß, Sie hängen an dieser Sendung, ich tue es auch“ – Lanz’ letzte Show dauerte bis 23.45 Uhr

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Jahresrückblick
12/26/2014

Show in der Krise

2014 wird als das Jahr der großen Showkrise in die TV-Geschichte eingehen. Nicht nur "Wetten, dass..?" strauchelte in einer veränderten Seher-Landschaft.

von Philipp Wilhelmer

Adieu, du große Show. Das Jahr 2014 steht im deutschsprachigen Fernsehen für das langsame Sterben einer großen Unterhaltungsform, deren Geburtsstunde irgendwann in den 50er und 60er Jahren anzusiedeln ist. Allen voran steht für dieses Genre der fast 34 Jahre gelaufene ZDF-Klassiker "Wetten, dass..?", dessen Zeit angesichts stark sinkenden Interesses ablief.

Das müde Finale lief am 13. Dezember mit einer Stunde Überlänge und vernichtenden Kritiken für den Show-Dinosaurier.

Auch Neues betroffen

Aber auch Neuentwicklungen verzeichneten Rückschläge. Einen der größten Flops erlebte RTL mit seiner Showhoffnung "Rising Star". Das interaktive Konzept geriet zur Quotenkatastrophe: RTL reduzierte von 10 auf 7 Ausgaben, 1,11 Millionen Zuschauer in Deutschland waren der Tiefpunkt.
Auch Konkurrent ProSieben rutschte mit neuen Ideen aus. Anfang des Jahres floppte die "Millionärswahl", die ebenfalls Internetcommunity und Fernsehen zusammenbringen wollte. Mit der interaktiven Seheranbindung sollte der Privatsender auch bei "Keep your Light Shining" kein Glück haben.

Auch Andreas Gabalier hat sich mit seiner "Die Volks-Rock’n’Roll-Show" noch nicht etablieren können. Im September hatten die öffentlich-rechtlichen von Deutschland, Österreich und der Schweiz zur großen Revue für den Steirer geladen. Die Quoten in Österreich und Deutschland waren durchwachsen.

"An Marke schrauben"

Schwer hat es auch der Musikantenstadl, der noch bis Ende 2015 vertraglich gesichert ist. Angesichts der schlechter werdenden Quoten üben sich die Senderverantwortlichen von ORF, ARD und SRF in Zweckoptimismus: "Wir werden an der Marke drehen und schrauben, so dass es spürbare Veränderungen geben wird", sagte jüngst ORF-Unterhaltungschef Andreas Vana.

Es gebe derzeit sehr konstruktive Gespräche zwischen den drei Partnersendern. "Wir sind in einer Evaluierungsphase, in der alle Sendungselemente thematisiert werden."

Im ORF hatte zumindest imagemäßig die herbstliche Castingshow "Die große Chance" Aufwind, nachdem mit Conchita Wurst eine ehemalige Teilnehmerin fulminant den Eurovision Song Contest gewann. Auch die Quoten waren passabel.

Ob es kommendes Jahr eine neue Staffel geben wird, steht derzeit aber noch in den Sternen. Es werde "etwas eventiges" geben, meinte ORF-Chef Alexander Wrabetz zu dem Thema. Details sind noch nicht bekannt.

Neuen Schwung in das Genre bringt jedenfalls der Song Contest, der schon im Frühjahr seine Schatten vorauswirft. In vier Vorausscheidungsrunden werden die Teilnehmer für das Event ab 20. Februar auf ORFeins festgelegt.

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