© ORF/Sandra Ludewig

Helene Fischer Show
12/26/2014

Udo Jürgens' TV-Abschied bei der Schlagerprinzessin

Bei der Helene-Fischer-Leistungsschau blieb der letzte Auftritt von Udo Jürgens nur eine Randnotiz.

von Karl Oberascher

Die Produktionslogik im TV hatte der gestrigen Weihnachtsausgabe der "Helene Fischer Show" einen besonders emotionalen Moment beschert. Udo Jürgens, nur zehn Tage nach Aufzeichnung der Show am 11. Dezember überraschend verstorben, absolvierte seinen letzten TV-Auftritt in der One-Woman-Show. Gemeinsam mit der Schlagerprinzessin sang die Musiklegende "Mein Ziel" und "Was wichtig ist". Ein Höhepunkt der Unterhaltungsshow - das Publikum begrüßte Jürgens schon beim Betreten der Bühne mit Standing Ovations. Dazu sorgte Helene Fischer selbst noch für einen bewegenden Moment, als sie für Udo Jürgens "Merci, Chérie" sang. Ein sichtlich gerührter Jürgens dankte es ihr mit feuchten Augen.

One-Woman-Show

Das war es dann aber auch. Außer eines kleinen Inserts, das dezent auf die Aufzeichung Mitte Dezember hinwies, veränderte das ZDF nichts an der Show. Denn die war ganz auf eine Frau fokussiert: Helene Fischer, verheißungsvoller Superstar der deutschen Musikindustrie. Die 30-Jährige absolvierte mit jedem ihrer Gäste zumindest ein Duett, sang mit den verbliebenen Boys von "Take That", schmachtete mit dem Schauspieler Mark Keller alten Klassikern von Frank Sinatra und Dean Martin nach - und sang sogar mit Startenor Jonas Kaufmann "Im weißen Rössl am Wolfgangsee". Drei Stunden Schlager, Pop, Musical, Chanson - eine Leistungsschau der Superfrau.

Absurde Showeinlagen

Entsprechend breit war auch der Unterhaltungsfaktor gestreut: Zwischen absurd komisch (die tapferen Wettermoderatoren der bundesdeutschen Fernsehanstalten sangen Lieder zu jeweiligen Wetterlage, die Fischer zuvor anmoderiert hatte) und absurd viel Helene Fischer (14 Versionen von "Atemlos" - von Rock über Reggae bis Hip Hop - in einem Lied zusammengefasst) waren musikalische Glanzlichter eindeutig in der Unterzahl. Die "Showeinlagen" zwischen den Liedern waren (sowieso) durchwegs Komplettausfaller: Deutsche Comedians und deutsche Hauptabendshow - daraus strickt auch Helene Fischer kein verträgliches Medley.

Bei den Zusehern in Deutschland konnte sich die wilde Show-Mixtur über großen Zuspruch freuen. "Die Helene Fischer Show" war das mit großem Abstand meistgesehene TV-Programm. 6,56 Mio. sahen durchschnittlich zu. Das entspricht einem Marktanteil von 21,4 Prozent. In Österreich waren auf ORF 2 durchschnittlich 665.000 Seher dabei, was einem hervorragenden Marktanteil von 25 Prozent entspricht.

Danke, Udo

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