Prozess Dominic Heinzl gegen News

© gilbert novy

Urteil
07/19/2013

Heinzl erhält 1500 € für "Ungustl" und 2000 € für "Schwalbe"

"News" unterstellte Society-Reporter nach Schlag von Sido theatralischen Umfaller.

von Michaela Reibenwein

Die Titulierung „Ungustl des Jahres“ kostet 1500 Euro. Der mehrseitige Bericht unter der Schlagzeile „Watschn-Sido: So hat ihn Heinzl reingelegt“ kommt auf 2000 Euro. Unterm Strich muss die Verlagsgruppe News 3500 Euro an den geschmähten Society-Reporter Dominic Heinzl zahlen – das entschied gestern eine Richterin im Landesgericht Wien; nicht rechtskräftig.

Running Gag

Heinzl kommt persönlich. Wie immer braun gebrannt‚ im weißen, glänzenden Anzug und mit schwarzem, aufgeknöpftem Hemd. Und er lauscht, wie ein News-Kollege den Vorfall schildert. „Heinzl ist vor mir gestanden und einfach umgefallen.“ In dem Moment habe das niemand als Drama empfunden. „Er stand ja auch ein paar Minuten später und machte Interviews.“ Den Schlag durch Rapper Sido hat er nicht gesehen. Dafür beschreibt er ausführlich die zur Schau gestellte Häme nach der Show „Die große Chance“. „Das war der Running Gag. Die Leute haben sich einfach auf den Boden fallen lassen.“ In dem Artikel, der Stein des Anstoßes war, wird Heinzl auch als „geübter Kampfsportler“ bezeichnet – was er nicht ist. „Das kommt nicht von mir“, sagt der Redakteur.

Der News-Fotograf erinnert sich an die „dicke Luft“, die im Studio geherrscht habe. Im Vorfeld hatte Sido Heinzls Mutter beschimpft. Heinzl wiederum soll Kollegen befragt haben, wie er Sido provozieren könne. Schließlich kam es zum Aufeinandertreffen der Rivalen. „Da kam plötzlich eine Faust von hinten herum. Es hat zwei, drei Sekunden gedauert, dann ist Heinzl vor mir zusammengeknickt.“ Drei, vier Minuten später habe Heinzl schon wieder ganz frisch ausgeschaut und gelächelt.

Eine Inszenierung, vermutete News. Doch Rechtsmediziner Christian Reiter stellte fest: Sidos Schlag fiel in die „mittlere Kategorie“, Heinzl war tatsächlich kurz bewusstlos.

Richterin Nicole Baczak hat die Berichterstattung damals selbst verfolgt. „Herrn Heinzl wurde unterstellt, dass er jemanden reinlegen will.“ Das hätte der Gutachter widerlegt. Deshalb sei die Berichterstattung üble Nachrede gewesen. „Herr Heinzl hat tatsächlich ordentlich eine abbekommen.“

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