(c: oc&c strategy consultants - preisstudie 2013)
Wirtschaft atmedia
09/20/2013

Geiz-ist-geil-Mentalität vor ihrem Ende

deHöhere Preissensibilität attestiert OC&C Strategy Consultants deutschen Verbrauchern. Sie schätzen zu 84 Prozent Händlerpreise besser und richtiger ein als Konsumenten in Großbritannien, Frankreich oder den Niederlanden. Und trotz dieses entwickelten Gespürs für Preise sind, argumentiert das Beratungsunternehmen in seiner jüngsten Preisstudie, "immerhin 46 Prozent der deutschen Konsumenten bereit, höhere Preise für bessere Qualität zu akzeptieren".

Das Beratungsunternehmen analysierte für seine Preisstudie 2013 "mehr als 100.000 Verbraucher-Berurteilungen" und schlußfolgert aus diesen, dass Konsumenten gegenwärtigen Preisentwicklungen "vorsichtig optimistisch" gegenüberstehen und mit Händler-Preisen "meist zufrieden" sind. Woraus wiederum ableitbar ist, dass "aktuelle Preisschlachten aus Kundensicht unnötig und margen-gefährdent sind".

Das heißt wiederum nicht, das Preiserhöhungen ohne Wenn und Aber geschluckt werden. Deutsche Konsumenten betrachten Preisanstiege mit Skepsis. 67 Prozent gehen davon aus, dass Händler Preiserhöhungen vornehmen, um ihre Margen zu verbessern. Allerdings stieg die Akzeptanz für Preiserhöhungen von 44 Prozent im Jahr 2012 auf 46 Prozent 2013.

OC&C weist die Erwartungen an die Preisentwicklung im laufenden Jahr der Konsumenten als auch dem internationalen Schnitt liegend. Sie rechnen mit einer Preissteigerung von 2,6 Prozent. Ein Niveau das um 0,4 Prozent höher liegt als 2012 und unter Konsumenten keine Inflationsängste auslöst.

Hinter der scheinbaren Unbeschwertheit gegenübe Preiserhöhungen steckt aber auch eine Konsumenten-Macht namens Illoyalität. Teuerungen brechen durchaus die Kundenbindung. In der Studie werden die Deutschen als jene Verbraucher ausgewiesen, die sich im internationalen Vergleich als die Konsumenten mit der fragilsten Bindungskraft erweisen. Im Falle von unerwarteten Preiserhöhungen wechsel sofort 16 Prozent der Kunden den Anbieter.

"Die ehemals sehr ausgeprägte Geiz-ist-geil-Mentalität ist in Deutschland in vielen Bereichen auf dem Rückzug. Trotzdem bleiben die Konsumenten beim Thema Preis weiterhin skeptisch. Händler müssen angesichts der entwickelten Preissensibilität der Konsumenten ihre Preiserhöhungen mit Intuition und Feingefühl umsetzen und dabei ihr Hauptaugenmerk auf Faktoren wie Qualität oder das Preis-Leistung-Verhältnis legen", resümiert Christian Ziegfeld, Partner bei OC&C, die Studienergebnisse zu Preis-Position und Wahrnehmung.

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