Hungarian writer Peter Esterhazy delivers the inaugural address of the Lucerne Festival in Lucerne, Switzerland, Friday, Aug. 10, 2007. (AP Photo/KEYSTONE/Eddy Risch)

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Demokratie
01/04/2013

Esterhazy beklagt Zensur in ungarischem Radio

Autor Peter Esterhazy hatte Hörern geraten, das Nationaltheater zu besuchen, bevor ein Orban-Intimus Intendant wird - und wurde zensiert.

Wegen einer unbotmäßigen Theater-Empfehlung ist der ungarische Schriftsteller Peter Esterhazy Opfer der Zensur im staatlichen ungarischen Radio geworden. Der auch im deutschen Sprachraum bekannte Autor („Donau abwärts“, 1992; „Harmonia Caelestis“, 2001) hatte den Hörern in seiner monatlichen Sendung geraten, das Nationaltheater zu besuchen, so lange noch dessen Intendant Robert Alföldi im Amt ist. Doch in der ausgestrahlten Sendung war diese Stelle rausgeschnitten worden.

Über den Vorfall berichtet Esterhazy in der am Freitag erscheinenden Ausgabe der Wochenzeitung Elet es irodalom (Leben und Literatur). Auszüge aus dem Zeitungsbeitrag veröffentlichte am Donnerstag das Internet-Portal index.

„Zum letzten Mal 1981 zensiert“

„Zum letzten Mal, so weit ich mich erinnern kann, wurde ich '81 zensiert“, schreibt Esterhazy darin. Bis zum Jahr 1989 hatte in Ungarn noch das kommunistische System geherrscht. „Wird man mich jetzt wieder anrufen, Verzeihung, es war ein Missverständnis? Weil wir plötzlich im Jahr '86 sind - und ich damals bereits über die Barbarei von '81 zu reflektieren vermochte. Aber ich will jetzt weder im Jahr '81 noch im Jahr '86 leben. Damals habe ich schon einmal gelebt, ein Mal war genug.“

Seit der Machtübernahme des rechts-konservativen Ministerpräsidenten Viktor Orban im Jahr 2010 stehen die öffentlich-rechtlichen Medien in Ungarn unter der Kontrolle von Orban-loyalen Kadern. Manipulationen und Zensureingriffe sind häufig. Am Budapester Nationaltheater, der ersten Bühne des Landes, kommt es in diesem Sommer zu einem Intendantenwechsel. Der bisherige Theaterchef Robert Alföldi wird von Attila Vidnyanszky abgelöst. Der Regisseur steht Orban nahe und vertritt eine anti-westliche, konservative Theaterauffassung.

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