Der Tote in der Scheibtruhe: Bauer Sepp hat Selbstmord begangen

© JACQUELINE KRAUSE-BURBERG ZDF/ZDF

Die Gruberin
12/09/2013

Bitterböse und mit präzisem Blick

In der ZDF-Provinzkomödie steht eine Jungbäuerin mit dem Rücken zur Wand.

In nächtlichen Albträumen überfährt sie ihren Ehemann mit dem Mähdrescher, tagsüber schuftet sie und muss sich demütigen lassen. Sofie Gruber (Lisa Maria Potthoff) hat kein schönes Leben.

Ihr Mann ist versoffen, faul, Fremdgänger. Die Schwiegermutter ist ein Monster: „Wie so eine wie du es geschafft hat, dass der Sepp sie geheiratet hat, wird mir immer ein Rätsel bleiben“, ätzt die Alte. „Kaum ein Pfennig Mitgift und zu vertrocknet zum Kinderkriegen.“ Tagaus, tagein muss sich Sofie die Sprüche auf dem Bauernhof anhören – bis sie eines Tages herausfindet, dass ihr Mann unfruchtbar ist und das seit Jahren verschweigt.

Tod in der Scheune

Als sie ihn in einem heftigen Streit zur Rede stellt, fangen in der Provinzkomödie „Die Gruberin“ (20.15 Uhr, ZDF) erst recht die Probleme an. Denn Sepp betrinkt sich und liegt am nächsten Tag tot in der Scheune.

Offensichtlich hat er sich versehentlich selbst mit der Flinte ins Jenseits befördert. Obwohl Sofie jetzt ihre lieblose Ehe los ist, hat sie nun die erbarmungslose Sippe ihres Mannes am Hals.

Die Familie und das ganze oberbayerische Dorf wenden sich gegen die Bäuerin. Man will die unnahbare Frau loswerden.

Das ist aber gar nicht so einfach, denn als Alleinerbin erhält die Witwe den Hof und das komplette Vermögen von Sepp.

Die Familie des Verstorbenen setzt alles in Bewegung, um an die Erbschaft zu kommen und Sofie das Witwenleben schwer zu machen. Banken und Versicherungen, der Gemeinderat, die örtliche Presse und selbst die Polizei setzen die Bäuerin schwer unter Druck, unter dem sie zu zerbrechen droht.

Vor Meineiden, Korruption und Intrigen wird nicht zurückgeschreckt. Plötzlich stehen sogar Mordvorwürfe gegen Sofie im Raum.

Die Story sei sicherlich auf die Spitze getrieben, sagt Sofie-Darstellerin Potthoff. „Aber ich kenne selbst die eine oder andere reale Geschichte, die ich so eigentlich auch nicht für möglich gehalten hätte. Auf dem Dorf entstehen sicher schneller Gerüchte, denen man aufgrund des engeren Kontaktes untereinander direkter ausgesetzt ist als in der Großstadt.“

Und die Komödiantin Monika Baumgartner, die die Schwiegermutter mimt, sagt stolz zu dem Film:

„Ich habe noch nie eine so alte, hässliche und böse Frau gespielt.“ Bitterböse und mit präzisem Blick auf die kleinen Bosheiten des Alltags ist „Die Gruberin“ eine Mischung zwischen Regionalkrimi, Posse und einer Studie über Mobbing.

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