epa02887975 A picture made available on 30 August 2011 shows the new residence of the Der Spiegel publishing house, part of the Hafencity in Hamburg, Germany, on 28 August 2011. The new glass building marks the Eastern entrance to the Hafencity along the Elbe River. After more than 40 years, Germany's leading news magazine is moving. Starting on 05 September 2011, the employees will successively move into the new 13-stories building. EPA/Bodo Marks

© APA/Bodo Marks

Richtungsstreit
04/08/2013

"Der Spiegel" befindet sich in der Sinn- und Führungskrise

Das Chefredakteursduo wird ersetzt. Die Blattlinie von Deutschlands größtem Nachrichtenmagazin ist offen.

von Reinhard Frauscher

Auch angebliche Leuchttürme wanken manchmal. Das zeigt gerade Deutschlands größtes Nachrichtenmagazin, Der Spiegel: Die Auflage sinkt seit Langem parallel zur ohnehin stets überschätzten politischen Bedeutung.

Die daraus erwachsenden Selbstzweifel führten den Spiegel nun in eine weitere Krise, die wieder einmal ein Chefwechsel beheben soll. Deutsche Zeitungen spekulieren bereits über die Nachfolger, von der Spiegel-Geschäftsführung gab es am Dienstag eine Bestätigung der Abberufung der Doppelspitze.

Seit 2008 wird das Blatt von dem Duo geführt, damals geholt nach dem Rauswurf des langjährigen Blattmachers Stefan Aust. Doch bei Georg Mascolo und Matthias Müller von Blumencron schrumpfte die Auflage sogar auf unter 900.000. Die gut genutzte Online-Seite verdient so wenig Geld wie die der meisten anderen Medien.

Auch darüber stritten die zwei Chefs, weshalb schon 2011 ihre Kompetenzen auf Print und Online aufgeteilt wurden. Derzeit wird auch die stärkste Konkurrenz besser und politischer: Der bürgerliche Focus, der Anfang 2013 seinen neuen Chefredakteur von Bild holte. Die beiden anderen wichtigen Wochentitel Stern und Zeit kämpfen ebenso um jeden Leser.

Selbstverständnis

Die alte Garde stramm linker Spiegel-Redakteure dominiert noch die Mitarbeiter KG, die 50,5 Prozent des Verlags besitzt. Ihr wurde Mascolo – wie zuvor Aust und dessen Berliner Bürochef Gabor Steingart – zu zahm. Aust macht heute Dokufilme, Steingart reformierte seither das Handelsblatt. Entsprechend läuft die Suche nach dem neuen Chefredakteur: Favorit der alten Garde ist Jakob Augstein, Erbe von Spiegel-Gründer Rudolf Augstein.

Der jüngere und weibliche Teil der Redaktion und die anderen Mitbesitzer plädieren für eine pragmatische Blattlinie. Gesprochen werde mit Steingart und dem Bild-Chef-Innenpolitiker Nikolaus Blome.

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