Ein letzter Vierteiler für das ZDF und dann zurück zu RTL: Christian Rach.
TV-Koch
07/22/2015

Christian Rach wieder bei RTL

Das eher blasse ZDF-Intermezzo des TV-Kochs geht mit einem Doku-Vierteiler zu Ende.

Christian Rach (58) geht unter die Gastarbeiter. Der TV-Star und langjährige RTL-„Restauranttester“ legt damit sein viertes und erst einmal letztes Projekt für das ZDF vor. Im Doku-Vierteiler „Schöne harte Welt“ (Start: Mittwoch um 20.15 Uhr) begibt sich der Ernährungsexperte in Asien auf die Herkunftsspur der beliebten billigen Grundnahrungsmittel.

Dafür schuftet er in den ersten beiden Folgen eine Woche lang unter Originalbedingungen auf einer Teeplantage in Darjeeling in Nordindien - gemeinsam mit den Schauspielern Gesine Cukrowski und Ingo Naujoks sowie Sportmoderatorin Anna Kraft. Am eigenen Leibe wollen die Europäer erleben, wie viel Arbeit in der Herstellung auch nur eines Beutels Schwarztee steckt.

Quotentief

Die vier übernachten in einfachsten Verhältnissen bei Teepflücker-Familien und erfahren, was es heißt, wenn der karge Lohn nicht einmal für das Nötigste reicht. In Folge drei und vier rackert der Hamburger Sternekoch in der indonesischen Fischindustrie. Dann mit den Moderatoren Miriam Pielhau und Tim Niedernolte sowie Ex-Olympiaturnerin Magdalena Brzeska unterwegs, geht er auf ein traditionelles Thunfischboot und in eine Fabrik, wo der frische Fang in Dosen verarbeitet wird. Auch hier sind die Umstände anstrengend und die Bezahlung dürftig. „Schöne harte Welt“ soll nicht nur zeigen, wie Promis aus dem Westen mit den Arbeitsbedingungen zurechtkommen. Die Sendung soll auch dazu bewegen, dass die Zuschauer den Wert unserer Grundnahrungsmittel mehr zu schätzen wissen.

Damit findet dann Rachs Anfang 2014 begonnene, bislang wenig quotenträchtige Tätigkeit für das ZDF ihr Ende. Was anfangs als Coup gefeiert worden war, begeisterte weder Publikum noch Kritik wirklich.

So wurde für den Hamburger im vergangenen Jahr entworfen das ungewöhnliche Showformat „Rach tischt auf“ und nach vier Sendungen beerdigt. Im April lief eine dreiteilige „Terra X“-Dokumentation zur Kulturgeschichte des Essens - und war ebenfalls kein Renner. Seit Mai ist mit dem einst Erfolgsgewohnten die Reihe „Rach und die Restaurantgründer“ zu sehen - bei geringen Quoten der Auftaktsendung mit 2,49 Millionen Zuschauern und 8,1 Prozent Marktanteil.

Zurück zu den RTL-Wurzeln

Noch im Frühjahr hatte der Fernsehprofi im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa erklärt, dass er seinen Wechsel von dem privaten zum öffentlich-rechtlichen Mainzer Sender nicht bereue. „Das ist wie in einer älteren Beziehung - man muss Strukturen ab und zu mal lösen“, sagte er im März, „es ging mir allein um den Reiz der neuen Aufgabe.“ Bereits im Juni hatte RTL allerdings dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel die Rückkehr seines Ex-Lieblings angekündigt. Eine RTL-Sprecherin erklärte, dass er ab Herbst im Format „Rach undercover“ mit einem Kamerateam Lokale besuchen werde.

Anders als beim „Restauranttester“, den längst Steffen Henssler moderiert, werde Rach Lokale checken, die auf Internetportalen schlechte Noten erhalten haben. Der Experte wolle herausfinden, ob die negativen Bewertungen gerechtfertigt seien oder nur böswillige Menschen dem Ruf des Hauses schaden wollten. Bleibt nur zu hoffen, dass sich damit wieder Erfolge einstellen, zu denen auch die RTL-Reihen „Rachs Restaurantschule“ und „Rach deckt auf“ gehörten.

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