Wirtschaft
28.04.2017

Asfinag kassierte im Vorjahr 1,9 Milliarden Euro Maut

Der Staat erhielt 100 Millionen Euro als Dividende.

Die staatliche Autobahnbetreiberin Asfinag langte im Vorjahr bei Autofahrern und Frächtern ordentlich zu. Die Mauteinnahmen stiegen um 3,2 Prozent auf 1,92 Milliarden Euro. Der Löwenanteil steuerte mit knapp 1,3 Milliarden die Lkw-Maut bei. Die Einnahmen aus dem Pkw-Verkehr – Vignette und Sondermauten – nahmen mit einem Plus von 6,3 Prozent auf 645 Millionen allerdings deutlich stärker zu.

Die Gründe dafür sind der steigende Urlaubsverkehr und die Wiedereröffnung des Arlbergtunnels. Heuer dürften die Einnahmen aus dem Pkw-Verkehr dagegen wieder langsamer wachsen, der Arlbergtunnel ist wegen Sanierung seit Montag wieder bis Anfang Oktober 2017 gesperrt.

Schuldenberg verkleinert

Die höheren Mauteinnahmen und der gleichzeitig wegen offener Genehmigungsverfahren etwas ins Stocken geratene Neubau bescherte der Asfinag einen Jahresüberschuss von 615 Millionen Euro. Davon werden wie bereits in den Jahren davor 100 Millionen als Dividende an den Staat abgeliefert. Angenehmer Nebeneffekt der geringeren Investitionen: Der Schuldenberg der Asfinag schrumpfte um 128 Millionen auf 11,6 Milliarden. Ohne Neubau-Investitionen könnte die Asfinag die Schulden in 17 Jahren tilgen.

Ab heuer sollen die Investitionen wieder üppiger fließen. Bis 2022 stecken die Autobahnbauer 7,8 Milliarden Euro in Neubau. Eines der größten Projekte ist die Untertunnelung der Lobau im Rahmen der großräumigen Wien-Umfahrung S1.

Den Pkw-Fahrern erspart die Asfinag ab Dezember das Kleben der Vignette, sie bietet alternativ auch die digitale Vignette an. Die alte Klebe-Vignette bleibt aber erhalten.

RH-Kritik an Dividende

Vom Rechnungshof wird die Asfinag in Sachen Dividende gerügt. Die "maßgeblichen Beweggründe" sowie die Entscheidungs- und Organverantwortung für die Ausschüttungen ab 2011 seien weder durch Beschlüsse der Gesellschaftsorgane noch des Eigentümertreters Verkehrsministerium dokumentiert. Ähnliches trifft laut RH-Prüfer auch für die Dividende der Bundesimmobiliengesellschaft BIG zu. Von 2010 bis 2015 hätten überdies "vor allem die Erfordernisse der Budgetkonsolidierung die Dividendenpolitik des Bundes" geprägt.