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Wirtschaft
09/06/2016

Arbeitsmarkt: Beschäftigung wächst um 28.000 pro Jahr

Für die von Kanzler Kern angekündigten 200.000 zusätzlichen Jobs bis 2020 wäre aber Beschleunigung nötig.

Die von Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) angekündigten 200.000 neuen Jobs bis 2020 wären eine deutliche Steigerung gegenüber dem Wert der vergangenen Jahre. Nötig wäre dafür ein Zuwachs um 50.000 Stellen pro Jahr. Laut Statistik Austria waren es zuletzt deutlich weniger. Für den IHS-Arbeitsmarktexperten Thomas Hofer ist das von Kern ausgegebene Ziel "nicht so einfach zu erzielen, aber machbar".

Grundsätzlich steigt die Zahl der Arbeitsplätze jährlich an. Einen Rückgang der (unselbstständig) Beschäftigten weist die Statistik Austria zuletzt für 2009 aus. Seither gab es Jahr für Jahr ein Plus zwischen 3.300 (2014) und 52.500 (2011). Im Durchschnitt waren es etwa 28.000 zusätzliche Jobs jährlich. Aktuell sind es etwa 3,6 Mio. Beschäftigte.

Auch geringfügige Jobs enthalten

Hofer gibt allerdings zu bedenken, dass in den (auf Mikrozensus-Befragungen basierenden) Zahlen der Statistik Austria auch geringfügige Jobs enthalten sind. Er geht davon aus, dass in den kommenden vier Jahren 150.000 Arbeitsplätze zusätzlich entstehen werden. Eine Steigerung wäre aus seiner Sicht "nicht so einfach zu erzielen, aber machbar." Und: "In den letzten fünf Jahren hätte man die 50.000 nicht erzielt, heuer werden wir hinkommen."

Die Regierung könne Beschäftigung fördern, indem sie die Rahmenbedingungen für den Standort Österreich verbessert, sagt Hofer. "Gegen TTIP und CETA sein, würde ich nicht unbedingt als jobfördernde Maßnahme sehen", so der IHS-Ökonom. Möglich wären etwa die Senkung der Lohnnebenkosten, Investitionsanreize sowie die Förderung von Forschung und Entwicklung sowie Grundlagenforschung.