Im Jahresabstand stieg die Arbeitslosigkeit in Österreich von 5,7 auf 6,2 Prozent.

© KURIER/Gerhard Deutsch

Arbeitsmarkt
09/30/2016

Arbeitslosenquote in EU: Österreich rutscht ab

Österreich an 9. Stelle. Insgesamt waren im August des Jahres knapp 21 Millionen Menschen in der EU arbeitslos.

Die Arbeitslosigkeit in der EU ist im August mit 8,6 Prozent unverändert gegenüber dem Juli geblieben. Auch in der Eurozone lag sie mit 10,1 Prozent gleich hoch. Österreichs Arbeitslosenquote stieg dagegen von 6,0 auf 6,2 Prozent an. Die Alpenrepublik rutschte damit in der EU auf Rang neun - gemeinsam mit Dänemark und Luxemburg.

Im Juli hatte Österreich noch Platz sechs belegt. Zuvor war im Juni mit Rang acht das schlechteste Resultat erreicht worden, nun brachte der August den neunten Platz. Vor einigen Jahren noch hatte Österreich monatelang die Bestenliste mit der geringsten Arbeitslosigkeit in der EU angeführt.

Tschechien

Die niedrigste Rate im August weist Tschechien mit 3,9 Prozent auf. Dann folgen Deutschland (4,2 Prozent), Malta und Großbritannien (je 4,8 Prozent), Ungarn (5,1 Prozent), Niederlande (5,8 Prozent), Polen (5,9 Prozent) und Rumänien (6,0 Prozent).

Hinter Österreich, Luxemburg und Dänemark rangieren Estland (6,8 Prozent), Schweden (7,0 Prozent), Bulgarien (7,7 Prozent), Slowenien (7,8 Prozent), Belgien (8,2 Prozent), Irland (8,3 Prozent), Litauen (8,6 Prozent), Finnland (8,8 Prozent), Lettland (9,3 Prozent), Slowakei ),5 Prozent), Frankreich (10,5 Prozent), Portugal (11,0 Prozent), Italien (11,4 Prozent), Zypern (12,1 Prozent), Kroatien (12,9 Prozent), Spanien (19,5 Prozent) und Griechenland (23,4 Prozent).

Im Jahresabstand - August 2015 zu August 2016 - fiel die Arbeitslosenrate in 24 EU-Ländern. In Dänemark blieb sie gleich und nur in drei Staaten stieg sie: In Estland von 5,3 auf 6,8 Prozent, in Österreich von 5,7 auf 6,2 Prozent und in Belgien von 8,0 auf 8,2 Prozent.

Insgesamt waren im August des Jahres 20,973 Millionen Menschen arbeitslos, davon 16,326 Millionen im Euroraum. Gegenüber Juli ging die Zahl der Arbeitslosen in der EU um 40.000 zurück, während sie im Euroraum geringfügig um 8.000 zunahm.

Jugendarbeitslosigkeit: Nr. 2 hinter Deutschland

Bei der Jugendarbeitslosigkeit gab es sowohl in der EU als auch in der Währungsunion eine leichte Entspannung. In der EU ging die Rate von 18,7 Prozent im Juli auf 18,6 Prozent im August zurück, in der Eurozone sank sie von 20,8 auf 20,7 Prozent. Österreich konnte sich bei der Jugendarbeitslosenrate von 10,8 auf 10,6 Prozent verbessern und belegte damit hinter Deutschland (6,9 Prozent) den zweitbesten Platz. Am schlechtesten lag Griechenland (47,7 Prozent, allerdings waren die Daten aus dem Juni) und Spanien (43,2 Prozent.

EU ein Fleckerlteppich

DIe Arbeitslosigkeit ist also nach wie vor eines der drängensten Probleme in der EU, ganz besonders in den südlichen Ländern. Doch der Kampf gegen Arbeitslosigkeit findet hauptsächlich auf nationaler Ebene statt. Jeder Mitgliedsstaat wendet derzeit seine eigene Methoden an. Zwar gibt es auch spezielle Programme der EU-Kommission, etwa die Jugendbeschäftigungsgarantie, für die bis zu zehn Milliarden Euro aus dem Europäischen Sozialfonds bereitgestellt sind. Angesichts der aktuellen Zahlen dürften sie wohl nicht ausreichen, um eine richtige Trendwende herbeizuführen.

Europäer uneins über Wirtschaftspolitik

Dafür bräuchte es wohl ein stärkeres Wirtschaftswachstum zur Schaffung zusätzlicher Abreitsplätze. Doch in dieser Frage steckt die Union in einer Pattsituation. War nach der Finanzkrise Austerität und Sparkurs die Devise der Stunde, wird die Stimme jenes Lagers lauter, dass ein Ende des Sparend und eine Offensive bei den Ausgaben fordert. Dabei würde eine höhere Staatsverschuldung in Kauf genommen. Österreichs Bundeskanzler Christian Kern befindet sich mittlerweile ebenso in dieser Runde, wie die linken Regierungschefs Matteo Renzi (Italien) und Alexis Tsipras (Griechenland). Deutschland hält nach wie vor an der Austerität fest.

Mit dem sogenannten "Juncker-Plan", also der Investition von 315 Milliarden Euro in Infrastrukturprojekte bis Ende 2017, hat auch die Kommission Seite bezogen. Bei seiner "Rede zur Lage der Union" kündigte Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker außerdem an, bis 2022 das Doppelte der ursprünglichen Summe ausgeben zu wollen.

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