Apotheken im Test: Kleine Fortschritte bei Beratungsqua­li­tät

"Konsument": Noch immer Mängel bei Anamnese. Verkauf von teils zweifelhaften Produkten.

Bereits zweimal hat der Verein für Konsumenteninformation (VKI) bis dato die Beratungsqualität in Apotheken unter die Lupe genommen: 2006 in Wien und 2008 in Tirol. Für den September- "Konsument" haben die Tester insgesamt 31 Apotheken in den restlichen sieben Bundesländern nach dem bereits bewährten Schema getestet. Die Erwartungen waren nicht zuletzt aufgrund der aktuellen Imagekampagne der österreichischen Apothekerkammer hoch. Doch im Vergleich zu den früheren "Konsument"-Tests lassen sich bei der Beratungsqualität nur geringe Fortschritte erkennen: Noch immer werden Fragen zur Krankengeschichte vernachlässigt und teils zweifel- hafte Produkte verkauft. Nur drei der 31 Apotheken erhalten insgesamt ein "gut". Der Großteil schneidet "durchschnittlich" bis "weniger zufriedenstellend" ab.

Wie bereits bei den beiden früheren Tests ließen sich zwei Testpersonen in den Apotheken beraten: eine Mutter, die sich um ihr hustendes und hoch fieberndes Kleinkind sorgt und eine 64-jährige Frau mit einem Body Mass Index von 33, die möglichst rasch abnehmen möchte. Das Ergebnis zur Beratung der Mutter fällt mehrheitlich "durchschnittlich" aus: In zwei Salzburger Apotheken (Salvator Apotheke, Virgil Apotheke) erkundigte man sich bei der Mutter nur nach dem Alter des Kindes. Neun Apotheker wollten nicht einmal wissen, wie lange die Krankheits- symptome bereits bestanden haben. Zwar wurde der Mutter in den meisten Fällen nahegelegt, einen Arzt aufzusuchen. Aber nur in vier Apotheken wurden der Mutter keine Produkte verkauft und sofort an den Kinderarzt bzw. die Klinik verwiesen. In elf Fällen unterblieben jedoch beim Verkauf von Präparaten die dazugehörigen Anwendungshinweise. Positiv: Antibiotika wurden trotz Nachfrage diesmal nicht verkauft.

Bei der Schlankheitsberatung fällt das Urteil vorwiegend "weniger zufriedenstellend" aus - und doch besser als beim letzten Test in Tirol. Immerhin erkundigten sich sieben Apotheker nach dem Gesundheitszustand der Testperson und zweimal wurde ihr ein Arztbesuch nahegelegt. Bei wesentlichen Fragen - etwa nach dem gewünschten Gewichtsverlust oder nach dem Zeitraum, in dem sie abnehmen möchte - hielten sich die Apotheker dagegen zurück. Zudem wurden teils umstrittene Produkte wie "alli" angeboten (konsument.at hat berichtet). Lediglich in der Glacis Apotheke in Graz ging die Testperson leer aus. Dort wurde ihr geraten, sich an Ernährungs- experten zu wenden und ihre Ernährung umzustellen.

"Trotz einiger Lichtblicke besteht bei der Beratungsqualität in österreichischen Apotheken nach wie vor großes Verbesserungspotenzial, auch wenn sich die Testpersonen bei den getesteten Apotheken subjektiv im Großen und Ganzen gut beraten fühlten", resümiert Klepp. "Gut" schneiden von den getesteten Apotheken die Glacis-Apotheke und die Aesculap Apotheke in Graz sowie die Apotheke zum Granatapfel der Barmherzigen Brüder in Eisenstadt ab.

Alle Informationen zum Test und vieles mehr gibt es auf dem unten angeführten Link!

(Konsument / Advertorial) Erstellt am
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