Apotheke, Chemikalien

© KURIER/Gilbert Novy

Konsument-Test
08/28/2014

"APOdirekt": Service lässt zu wünschen übrig

Die Leistung des Apotheken-Bestellservice ist sowohl bei Auswahl als auch bei Beratung eher bescheiden.

Mit Anlaufschwierigkeiten hat das seit Ende April aktive Vorbestellungsservice für Artikel des Österreichischen Apothekerverbandes, www.apodirekt.at, zu kämpfen.

"APOdirekt ist keine Internet-Apotheke im herkömmlichen Sinn. Die Präparate werden online nur reserviert, ein Versand ist nicht vorgesehen. Sie müssen dann innerhalb von sieben Tagen in der ausgewählten Apotheke abgeholt werden. Der Vorteil für den Kunden besteht darin, dass die gewünschten Präparate auf jeden Fall bereitliegen, wenn er hinkommt. So soll auch eine persönliche Beratung durch den Apotheker gewährleistet sein. Bezahlt wird bei der Abholung", schildert Konsument die Details.

Eingeschränkte Auswahl

800 von 1.340 öffentlichen Apotheken nehmen daran teil, beim Test fielen dennoch einige Mängel auf. So wurden in dem Suchsystem nicht alle rezeptfreien Präparate mit dem gesuchten Wirkstoff gefunden.

Bei Ibuprofen-Präparaten fanden die Tester nur eines. "Besonders ärgerlich", so der "Konsument", das verzeichnete Medikament gehöre zu den teuersten Ibuprofen-Mitteln. Die Zeitschrift: "Da keimt der Verdacht der Abzockerei auf. Dazu passt auch, dass gängige Medikamente, die billiger sind als die Originalpräparate, über APOdirekt nicht reserviert werden können. So werden teilweise erheblich günstigere Generika erst gar nicht aufgelistet (...)."

Unterschiedlich lange dauerte es je nach angefragter Apotheke bis zum Eintreffen einer Auftragsbestätigung. In vier von fünf Apotheken war die Abholung ohne Probleme möglich, bei einer klappte offenbar die Abwicklung nicht.

"An den auf der APOdirekt-Homepage angesprochenen Beratungsvorteil darf man nicht allzu viele Erwartung knüpfen."

Schließlich hapert es auch bei der aktiven Information beim Abholen der bestellten Präparate. Der Konsument: "An den auf der APOdirekt-Homepage angesprochenen Beratungsvorteil darf man nicht allzu viele Erwartung knüpfen. Wir hätten uns zumindest die Frage erwartet, ob man sich bei der Anwendung des reservierten Präparates auch auskennt. Dies war nur in einer einzigen Apotheke der Fall, allerdings patzte diese bei der Bestellung."

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