Wirtschaft
28.11.2016

Antrag gegen Pilotenstreik: Lufthansa scheitert vor Gericht

Allein in Wien fallen am Dienstag wieder 22 Flüge aus. Wie es am Mittwoch weitergeht, ist noch offen.

Bei der AUA-Konzernmutter Lufthansa fallen wegen des Pilotenstreiks am Dienstag und Mittwoch insgesamt 1.700 Flüge aus. Das teilte die Lufthansa am Montag mit. Die Flugzeugführer legen ab Mitternacht für den gesamten Dienstag die Arbeit auf der Kurzstrecke der Lufthansa nieder.

Auch der Flughafen Wien wird von der voll betroffen sein. Alle 22 geplanten Flüge der AUA-Mutter nach Frankfurt und München werden am Dienstag ausfallen, sagte ein Sprecher auf APA-Anfrage. In Graz sind laut Lufthansa-Homepage zwei Flüge betroffen.

Für Mittwoch werde in Österreich noch keine Ausfälle gemeldet. Der Flughafen-Sprecher empfiehlt den betroffenen Passagieren, sich mit der Fluglinie wegen allfälliger Umbuchungen in Verbindung zu setzen. Aktuelle Infos können auch auf der Homepage des Flughafen Wien und der Lufthansa gefunden werden.

Der Konzern wollte den Ausstand mit einer Eilklage vor dem Münchner Arbeitsgericht juristisch stoppen. Das Unternehmen habe beim Arbeitsgericht München eine einstweilige Verfügung gegen den ab Dienstag angesetzten Ausstand beantragt, sagte ein Lufthansa-Sprecher am Montag zu Reuters. Aus Sicht der Airline sei die Lohnforderung der Piloten in Teilen illegal. Das Gericht in München sah das anders - und entschied am Montagabend gegen den Luftfahrtkonzern.

Seit April 2014 wird gestritten

Mit der gleichen Begründung wollte die Fluggesellschaft schon den Streik vorige Woche gerichtlich stoppen, scheiterte aber auch damals mit ihrer Argumentation vor zwei Arbeitsgerichten in Frankfurt. Die Piloten-Gewerkschaft Vereinigung Cockpit will die Lufthansa am Dienstag ab Mitternacht für zwei Tage bestreiken. Cockpit fordert höhere Löhne.

Die deutsche Bundesregierung will sich in den Pilotenstreik bei der Lufthansa nicht einmischen. Eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums sagte am Montag in Berlin, Fragen von Streik und Streikschlichtung seien Sache der Tarifparteien. Dies sei ein hohes Gut.

Hinter dem Streik steht die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit, die die größte deutsche Airline bereits von Mittwoch bis Samstag größtenteils lahmgelegt hatte. Die Tarifauseinandersetzung zieht sich seit April 2014 hin. Die Arbeitnehmervertretung fordert für 5.400 Lufthansa-Piloten mehr Geld. Aussichten auf eine Einigung gibt es derzeit nicht. Am Sonntag war ein Gespräch von Cockpit mit Lufthansa-Vorständen gescheitert.