Anton Schlecker.

© APA/AFP/THOMAS KIENZLE

Drogeriemarkt
03/13/2017

Anton Schlecker weist Anklagevorwürfe erstmals persönlich zurück

Der 72-jährige Gründer war bis zuletzt von der Fortführung der Drogeriemarktkette überzeugt.

Äußert sich Anton Schlecker erstmals zu den Vorwürfen gegen ihn? Diese Frage stand vor dem zweiten Prozesstag am Montag am Landgericht Stuttgart im Mittelpunkt.

Anton Schlecker, der Gründer der ehemaligen Drogeriemarktkette, hat am Montag erstmals persönlich die Vorwürfe der Anklage zurückgewiesen. "Ich erinnere mich nicht an Liquiditätsprobleme, die ich für nicht überwindbar gehalten hätte", las Schlecker am Montag eine schriftlich verfasste Stellungnahme vor. Er habe keine Entscheidung oder Verfügung getroffen, um Gläubiger zu benachteiligen.

Er übernehme die unternehmerische Verantwortung. Allerdings betonte Schlecker: "Für mich gab es kein unternehmerisches Scheitern. Ich war sehr erfolgsverwöhnt." Er sei bis zuletzt davon überzeugt gewesen, das Unternehmen fortführen zu können.

Haftung

Dreh- und Angelpunkt ist, dass Schlecker sein Unternehmen nicht als GmbH, sondern als eingetragener Kaufmann geführt hatte. Aus diesem Grund haftet er mit seinem persönlichen Vermögen. Auch der Zeitpunkt, ab wann die Pleite absehbar gewesen wäre, spielt eine Rolle: Die Staatsanwaltschaft sieht das Unternehmen rückblickend seit dem Jahr 2000 in der Krise, spätestens Ende 2009 habe die Zahlungsunfähigkeit gedroht.

Anklage

Fragen der Staatsanwaltschaft wollte Schlecker am Montag noch nicht beantworten. Die Anklage wirft Schlecker vor, vorsätzlich Bestandteile seines Vermögens, das den Gläubigern zugestanden hätte, vor der Insolvenz im Jahr 2012 beiseitegeschafft zu haben. Außerdem soll der 72-Jährige den Zustand des Unternehmens im Konzernabschluss falsch dargestellt und vor dem Insolvenzgericht unrichtige Angaben gemacht haben. Mit auf der Anklagebank sitzen seine Frau Christa und seine beiden Kinder.

Auch in Österreich

Europas ehemals größte Drogeriekette Schlecker hatte im Jänner 2012 Insolvenz angemeldet. Mehr als 25.000 Menschen in Deutschland und genau so viele im Ausland verloren ihren Arbeitsplatz.

Schlecker war auch in Österreich aktiv. Nach der Pleite wurden die Filialen von der neu gegründeten Firma dayli übernommen, die aber nach kurzer Zeit scheiterte.

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