Wirtschaft 28.03.2012

Alternativ-Anbieter Goldgas gewann bereits 10.000 Kunden

Gas-Anbieter aus dem Ausland machten in der Vergangenheit trotz generell freiem Zugang einen weiten Bogen um den heimischen Markt. Wenn man aus den steigenden Gaspreisen in Österreich etwas Positives herauslesen möchte, dann wohl am ehesten die Tatsache, dass die hohen Preise nun ausländische Anbieter auf den rot-weiß-roten Markt aufmerksam machen.
Dennoch wagte bisher nur ein einziges Unternehmen den Schritt über die Grenze: Goldgas. Seit acht Monaten ist der deutsche Billiganbieter in Österreich aktiv – und kann auf eine durchaus vorzeigbare Zwischenbilanz verweisen. „Wir haben aktuell rund 10.000 Kunden“, sagt der Geschäftsführer des Billiganbieters, Oliver Apelt. Heuer soll diese Zahl verdoppelt, 2013 dann verdreifacht werden. Zulauf habe das Unternehmen, das in Deutschland rund 170.000 Kunden hat, vor allem in Ostösterreich. 2012 werde ein Umsatz in Österreich von fünf Millionen Euro angepeilt. Sogar eine schwarze Null dürfte sich heuer bereits ausgehen.
Erfreulich für den Newcomer – was die Konsumenten konkret davon haben, erklärt Apelt: „Unser Markteintritt hat dazu geführt, dass sich das Preisniveau allgemein gesenkt hat.“ Angestammte Energieversorger hätten angekündigte Preiserhöhungen beispielsweise wieder abgeblasen.

 

Günstig

Grafik
© Bild: KURIER

Laut Prokurist Winfried Krüger-Sprengel sei Goldgas bei Markteintritt der billigste Anbieter gewesen. Heute sei man zumeist die Nummer zwei (siehe Grafik) hinter Gasdiskont.at, einer Tochter der OÖ Energie AG. Wobei diese einen Einmal-Rabatt gewähre, der nur für ein Jahr gelte.

Das Goldgas-Management fühle sich in die Pflicht genommen, die noch sehr überschaubaren Wechselraten in Österreich – und somit den Wettbewerb – anzufachen. Die Angst vor Versorgungsunterbrechungen müsse den Kunden genommen werden. Rund 200 Euro sparen, ohne Komfortverlust, sei ein gutes Argument. "Wir liefern ja kein schlechteres Gas", sagt Apelt mit einem Lächeln.

Der Eigentümer von Goldgas ist in Österreich kein Unbekannter: Es ist der Private Equity Fonds Blu-O, der im Februar seine Beteiligung an Zielpunkt verkauft hat.

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( Kurier ) Erstellt am 28.03.2012