APA9820122-3 - 17102012 - SALZBURG - ÖSTERREICH: ZU APA 0503 WI - THEMENBILD - Illustration zum Thema "Alpine": Ein Schild des Salzburger Baukonzerns Alpine bei der Konzernzentrale, aufgenommen am Sonntag, 14. Oktober 2012, in Salzburg. Die Alpine führt derzeit Schulden in Höhe von fast 1 Mrd. Euro in den Büchern. Der Konzern muss drastisch saniert werden. APA-FOTO: BARBARA GINDL

© APA/BARBARA GINDL

Mega-Pleite
08/29/2013

Alpine-Verwalter treibt weitere Millionen ein

Erlöse aus offenen Forderungen gehen großteils an Banken.

von Kid Möchel

Zwei Monate nach der Konkurseröffnung über den Baukonzern Alpine (6930 Mitarbeiter, davon 2050 im Ausland) wird das tatsächliche Ausmaß der mutmaßlichen Misswirtschaft abschätzbar. Auf mehr als fünf Milliarden Euro soll sich der Schuldenstand einpendeln. Doch Masseverwalter Stephan Riel und seine sechs Kollegen brauchen mehr Zeit, um die 9300 angemeldeten Forderungen prüfen zu können. Daher hat das Konkursgericht am Donnerstag beschlossen, Riel & Co. die Frist dafür bis 9. Oktober zu verlängern.

Derzeit helfen 166 Alpine-Mitarbeiter dem Masseverwalter bei der Liquidation, 950.000 Euro muss er dafür im Monat aufbringen.

„Es ist zwar unbedingt notwendig, die Leute zu beschäftigen, aber der Personalstand wird deutlich zurückgehen müssen, weil es einen Haufen Geld kostet“, sagt Riel zum KURIER. Eine Halbierung der Mannschaft steht an. Von den 95,2 Millionen Euro, die Riel aus den Verkauf von Alpine-Töchtern erlöst hat, gehen 42,5 Millionen Euro an eine Bankengruppe unter Führung der Erste Bank. Denn: Viele Assets sind verpfändet. Auch der Großteil der Liegenschaften ist mit Pfandrechten (60 Millionen Euro) dieser Banken belastet. Außerdem fließen alle Erlöse aus offenen Forderungen gegen Alpine-Auftraggeber, die schon vor Jänner 2013 bestanden haben, an die Kreditinstitute.

„Im Verhältnis zu den offenen Forderungen, die die Banken gegen die Alpine haben, sind sie schlecht besichert“, sagt Riel. 69 Finanzinstitute haben 1,55 Milliarden Euro Forderungen angemeldet, etwa 900 Millionen Euro dürften auf Kredite, der Rest auf Garantien entfallen.

Inkasso im Ausland

Indes treibt Alpine-Sonderverwalterin Ulla Reisch weiterhin offene Rechnungen im Ausland ein. Acht Millionen Euro hat sie bisher eingenommen. Aus Serbien sollen weitere 40 Millionen Euro aus einem Autobahn-Projekt und 38 Millionen Euro aus einem Brückenbau-Auftrag fließen.

Bei einigen Projekten wie in Griechenland – es geht um 13,3 Millionen Euro – muss Reisch die Gerichte bemühen, um ans Geld zu kommen. Creditreform-Experte Gerhard Weinhofer: „Das hohe Tempo der Masseverwalter bei der Abwicklung dieser komplexen Insolvenz ist bemerkenswert.“

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