APA13299632-2 - 19062013 - WIEN - ÖSTERREICH: ZU APA 0240 SI - THEMENBILD - Illustration zum Thema "Alpine": Bauarbeiter gehen an einem Absperrzaun an dem einem Logo des Baukonzerns Alpine hängt am Mittwoch, 19. Juni 2013, auf einer Baustelle in Wien vorbei. Die Alpine Bau GmbH hat einen Insolvenzantrag eingebracht. Die Pleite dürfte rund 2.000 Jobs kosten. APA-FOTO: HELMUT FOHRINGER

© APA/HELMUT FOHRINGER

Jahrhundert-Bankrott
08/27/2013

Alpine: Schulden klettern auf über 5 Mrd. Euro

Die Gläubiger der Alpine Bau werden womöglich völlig durch die Finger schauen: Null-Quote.

von Kid Möchel

Die Pleite des Baukonzerns sprengt alle bisherigen Rekorde. Mittlerweile haben bereits 9300 Gläubiger Forderungen in Höhe von 4,1 Milliarden Euro beim Wiener Konkursgericht angemeldet. Das bestätigte Insolvenzverwalter Stephan Riel vor der Sitzung des Gläubigerausschusses am Dienstagnachmittag dem KURIER.

So haben Banken Kreditforderungen in Höhe von 1,5 Milliarden Euro und Alpine-Geschäftspartner Schadenersatzforderungen in Höhe von zirka 1,4 Milliarden Euro eingebracht. „Es gibt auch einen Großgläubiger, der allein 554 Millionen Euro Schadenersatz fordert“, weiß Gerhard Weinhofer vom Gläubigerschutzverband Creditreform. 190 Millionen Euro wollen die früheren Lieferanten. Die Prüfung der Forderungen benötigt viel mehr Zeit als bisher angenommen – laut Experten zumindest bis in den Oktober. Insgesamt dürfte der Schuldenberg noch viel größer werden. Die sechs Insolvenzverwalter rechnen schon jetzt damit, dass die Schulden mittelfristig die Fünf-Milliarden-Euro-Marke durchbrechen werden.

Rekord-Pleite

„Das ist durchaus möglich, aber die Insolvenz des Alpine-Konzerns ist schon jetzt die mit Abstand größte Pleite der Zweiten Republik“, sagt Weinhofer zum KURIER. Am Ende ist sie drei Mal so groß wie der Bankrott des früheren Lebensmitteleinzelhändlers Konsum.

Die 4800 Alpine-Mitarbeiter haben laut Riel ihre Forderungen noch nicht zur Gänze im Konkursverfahren angemeldet. Er schätzt, dass u. a. die Beendigungsansprüche der Alpine-Mitarbeiter etwa 225 Millionen Euro betragen werden. Aus dem Verkauf der Alpine-Töchter hat Riel 95 Millionen Euro eingenommen, doch diese Erlöse sind zum Teil mit Pfandrechten der Banken belastet. Unterm Strich rechnen Riel & Co mit einer Gläubigerquote von bestenfalls einem Prozent. „Auch ein Totalausfall kann nicht ausgeschlossen werden“, bestätigt Riel dem KURIER. So sei „völlig offen, in welchem Umfang Schadenersatzansprüche von Kunden anzuerkennen sein werden“.

Indes beginnt der Insolvenzentgelt-Fonds diese Woche mit der Auszahlung der ausstehenden Löhne an die Alpine-Mitarbeiter – auch die Ex-Mitarbeiter der dayli-Kette erhalten nun ihr Geld (mehr dazu).

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