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Alpine-Krimi
12/06/2013

Gutachter soll mutmaßliche Malversationen aufdecken

Die Pleite des Baukonzerns Alpine wird strafrechtlich durchleuchtet.

von Kid Möchel

Das Strafverfahren um mögliche Malversationen beim Pleite-Baukonzern Alpine bekommt Schwung. Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) hat einen Sachverständigen beauftragt, den 3,55 Milliarden Euro schweren Bankrott zu durchleuchten. Das bestätigt Staatsanwalt Erich Mayer dem KURIER. Seine Behörde ermittelt unter der Aktenzahl 19 St 43/13y derzeit gegen fünf Ex-Manager bzw. Ex-Aufsichtsräte des Alpine-Konzerns. Der Verdacht: Bilanzfälschung, Gläubigerbeeinträchtigung, betrügerische Krida und gewerbsmäßiger Betrug. Strafdrohung: bis zu zehn Jahre Haft. Dem Vernehmen nach werden die Vorwürfe bestritten.

Der Gutachter muss nun klären, „ob die wirtschaftlichen Verhältnisse der Alpine Bau und ihrer verbundenen Gesellschaften (in den Bilanzen und Jahresabschlüssen) ab dem Jahr 2009 unrichtig wiedergegeben, verschleiert oder verschwiegen wurden“.

Zweitens muss der Sachverständige laut Mayer auch feststellen, wann die Zahlungsunfähigkeit der Alpine tatsächlich eingetreten ist und wann die Pleite für Manager zu erkennen war. Detail am Rande: Der Wiener Sachverständige Manfred Biegler hat in seiner Expertise für Anlegerprozesse den „klinischen Tod“ der Alpine im Jahr 2010 festgestellt.

Drittens muss der Strafgutachter die Übertragung der Alpine Energie Holding an die an die frühere spanische Alpine-Mutter FCC und den Kaufpreis prüfen.

FCC nahm das Juwel dem Baukonzern für 75 Millionen Euro ab, weitere 17 Millionen Euro flossen später in den Insolvenztopf. Fakt ist: Mit der Alpine Energie wurde die Alpine-Anleihe 2012 beworben. Für die Anleger ist der Verkauf der Energie-Sparte einer der Knackpunkte. Hätte man sie darüber informiert, hätten sie die Anleihe kündigen können.

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