Immofinanz-Aktionären reicht es: Sie wollen Taten statt Ankündigungen sehen

© REUTERS/© Heinz-Peter Bader / Reuters

Immobilien
03/15/2017

Aktionäre setzen Immofinanz unter Druck

Immofinanz-Aktionär Petrus Advisers fordert raschen Kauf der CA Immo zum Kurs von 23.50 Euro je Aktie.

von Irmgard Kischko

Bei den zwei großen an der Wiener Börse notierten Immobilienunternehmen, Immofinanz und CA Immo, bahnt sich eine spannende Wende an. Nach der langen Durstrecke, in der Aktionäre nichts verdient haben, könnte der Vorschlag eines Großaktonärs beider Unternehmen für neuen Schwung sorgen. Die Finanzgesellschaft Petrus Advisers, die an beiden Unternehmen mit "zig-Millionen Euro" beteiligt ist, will nicht mehr länger zuschauen, wie sich der vor einem Jahr angekündigte Verschmelzungsprozess der beiden Unternehmen ereignislos dahin zieht.

Klaus Umek, Chef von Petrus Advisers, fordert ein sofortiges Cash-Angebot der Immofinanz zum Kauf der CA-Immo für 23,50 Euro je Aktie. Das freut die Aktionäre, weil die Kurse ihre Aktien steigen, nicht aber die Immofinanz, die nicht vom Verschmelzungsplan abweichen will.

Umek aber hat seinen Plan gut durchdacht: "Der Zeitpunkt für die Schaffung eines größéren, starken Immo-Konzerns ist perfekt. Der Immo-Markt steht am Höhepunkt", betont er. Die Verschmelzung könnte so lange dauern. Wenn nur ein Aktionär dagegen sei, würde sich der Prozess ziehen. Und wenn der Immo-Markt drehe, sei die große Chance für die Entstehung eines effizienten Immo-Unternehmens dahin. Umek fordert daher den Vorstand der Immofinanz auf, das Cash-Kaufangebot rasch zu stellen und damit klare Verhältnisse zu schaffen.

Die Immofinanz zögert noch. Sie hat zwar auf drei der insgesamt vier Vorschläge Umeks positiv reagiert: Das Aktien-Rückkaufangebot hat sie umgehend angekündigt und den Verkauf des Russland-Portfolios sowie von nicht zum Kerngeschäft gehörenden Immobilien sei im Laufen, teilt die Immofinanz mit. Doch der Plan zur CA-Immo-Übernahme sei zwar für die CA Immo-Aktionäre gut, denn der Aktienkurs liegt derzeit bei 19 Euro und damit deutlich unter dem geforderten Cash-Angebot, nicht aber für die Immofinanz-Eigentümer. Denn warum sollte die Gesellschaft bis zu 1,7 Milliarden Euro ausgeben, um die CA Immo zu kaufen?, fragt man sich bei der Immofinanz. Denn die Verschmelzung würde mit Aktientausch und daher ohne diese finanzielle Belastung erfolgen. Dieser Ansicht ist auch Thomas Neuhold, Analyst beim Finanzdienstleister Kepler Cheuvreux.

Zu viel Geld in der Kasse

Für Umek ist die Frage schnell beantwortet: "Ganz einfach. Die Immofinanz wird nach dem Verkauf der Shopping Center in Moskau auf zu viel Cash sitzen. Und Schulden hat das Unternehmen auch kaum", sagt er. Dass die Immofinanz beim Verkaufsprozess der russischen Immobilien jetzt Gas geben will, findet Umek gut . Die Immofinanz hat seit vielen Monaten daran gearbeitet - ohne Ergebnis. Das drückte den Aktienkurs.

Als ersten Schritt hat Umek sein Begehr in einem Brief in Medien öffentlich gemacht. Sollte der Immofinanz-Vorstand nicht darauf einsteigen, will er sich weitere Verbündete suchen. Das dürfte nicht schwer sein. Denn die langjährigen Immofinanz-Aktionäre - die vermögenden österreichischen Familien Fries, Scherb, Rauch, Schaschl und Gröller - haben mit ihrer Immofinanz-Beteiligung schon lange keine Freude mehr. Manche haben die Aktien zu Kursen von 2.80 Euro und mehr gekauft. Und Umek glaubt, dass sein Plan, den Immofinanz-Kurs auf bis zu 3,50 Eur treiben kann. Am Mittwoch notierte die Aktie bei 1,70 Euro.

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