Wirtschaft
30.06.2017

"Aktion 20.000" startet in Wien mit 200 Jobs

Ältere Arbeitslose sollen u.a. in Pensionistenhäusern, Bädern oder bei Wiener Wohnen unterkommen

Mit Juli starten die Pilotprojekte der "Aktion 20.000", die entsprechend viele Jobs für ältere Langzeitarbeitslose im gemeinnützigen Bereich schaffen soll. In Wien startet man mit 200 Jobs für Über-50-Jährige im Magistrat und in Einrichtungen der Stadt, informierten Sozialminister Alois Stöger und Wiens Wirtschaftsstadträtin Renate Brauner (beide SPÖ) am Freitag in einer Pressekonferenz.

Die Hauptstadt ist eine der insgesamt neun Modellregionen, die als Versuchsballon für die Initiative dienen. Anfang 2018 soll die "Aktion 20.000" dann über das ganze Land ausgerollt werden. Allein in Wien sollen dann mehrere Tausend Menschen für zumindest zwei Jahre - so lang ist das Projekt vorerst angelegt - eine Stelle bekommen.

Für die Probephase läuft das Bewerbungsprozedere in der Bundeshauptstadt bereits. Die Bandbreite für die gesuchten Tätigkeiten sei groß und erfordere unterschiedliche Qualifikationen, so Brauner. So suchen die Wiener Pensionistenwohnhäuser 37 sogenannte Alltagsbegleiter, die alten Menschen bei Einkäufen oder Arztbesuchen zur Hand gehen. 65 Jobs bietet der Fonds Soziales Wien - vom Schlosser bis zur Buchhaltung. Stellen haben auch die Wiener Bäder (Rasen mähen, Pflege der Chloranlage), das Stadtgartenamt und Wiener Wohnen (Ordnungsberater, Makler) zu vergeben. Details gibt es u.a. bei einer Infomesse in der Volkshalle des Rathauses, die am 19. Juli stattfindet. Alle Stellen sollen bis Herbst besetzt sein.

Die Zielgruppe in Wien ist jedenfalls groß. 2016 zählte man rund 20.000 Menschen, die älter als 50 Jahre alt sind und länger als ein Jahr kein Beschäftigungsverhältnis haben.

Sozialminister Stöger betonte einmal mehr, dass die Aktion nicht zuletzt auch der Allgemeinheit zugutekomme. Denn die Jobs, die grundsätzlich nach Kollektivvertrag bezahlt werden, würden keine bestehenden Stellen ersetzen, sondern zusätzlich geschaffen. Ohne die dafür ausgeschütteten Mittel des Bundes könnten sich die Gemeinden diese nämlich nicht leisten: "Das sind Tätigkeiten, die der Markt nicht bezahlt, die aber gebraucht werden."