"Aktion 20.000": Neue Jobs für ältere Langzeitarbeits­lose

Arbeitslosigkeit stieg im August um 1,1 Prozent
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Die Langzeitarbeitslosigkeit soll in dieser Gruppe langfristig halbiert werden. Bestehende Arbeitsplätze sollen aber nicht durch die geförderten Jobs ersetzt werden.

Arbeits- und Sozialminister Alois Stöger (SPÖ) präsentiert heute Montag Details zur "Aktion 20.000", die die Langzeitarbeitslosigkeit bei über 50-Jährigen bekämpfen will. Im Rahmen der Aktion sollen insgesamt 20.000 Arbeitsplätze pro Jahr für langzeitarbeitslose Menschen ab 50 Jahren in Gemeinden, über gemeinnützige Trägervereine und Unternehmen geschaffen bzw. gefördert werden.

Damit soll die Langzeitarbeitslosigkeit in dieser Gruppe langfristig halbiert werden. Bestehende Arbeitsplätze sollen aber nicht durch die geförderten Jobs ersetzt werden.

Weg aus Arbeitslosigkeit besonders schwierig

In der Arbeitslosenstatistik zeigt sich seit einigen Jahren eine überdurchschnittliche Zunahme von sogenannten Langzeitbeschäftigungslosen in der Gruppe der über 50-Jährigen. Langzeitbeschäftigungslose sind länger als ein Jahr beim AMS entweder als "arbeitslos", "lehrstellensuchend" oder "in Schulung" vorgemerkt, wobei Unterbrechungen bis zu 62 Tagen (z.B. kurzfristige Beschäftigungsverhältnisse) nicht berücksichtigt werden. Der Anstieg in dieser Gruppe von 2012 auf 2016 beträgt insgesamt 289 Prozent, aktuell sind rund 50.000 ältere Personen von anhaltender Arbeitslosigkeit betroffen.

Der Ausweg aus der Arbeitslosigkeit ist für Ältere besonders schwierig und ohne Unterstützung durch Förderungen kaum zu schaffen. Laut AMS-Statistik gelang es im Jahr 2015 in nur 14.000 Fällen bzw. 19 Prozent der Langzeitarbeitslosen über 50 Jahren, diese wieder auf einen Arbeitsplatz zu vermitteln. Der Großteil der Vermittlungserfolge wurde nur durch AMS-Förderungen möglich.

Pro Arbeitsplatz 27.000 Euro jährlich

Mit der "Aktion 20.000" werden die Lohn- und Lohnnebenkosten eines kollektivvertraglich - oder in Branchen in denen kein KV besteht angemessen - entlohnten Beschäftigungsverhältnisses für eine Dauer von vorläufig maximal 2 Jahren gefördert, und zwar bis zu 100 Prozent. Möglich ist die Förderung eines Einzelarbeitsplatzes in Form einer Eingliederungsbeihilfe, indem der Arbeitgeber für die Beschäftigung direkt gefördert wird. Weiters soll über eine gemeinnützige Arbeitskräfteüberlassung gefördert werden, wobei gemeinnützige Trägerorganisationen als Arbeitgeber und Fördernehmer fungieren und ihre Arbeitnehmer zum Beispiel einer Gemeinde überlassen. Schließlich sind auch projektbezogene Beschäftigungsförderungen in gemeinnützigen Beschäftigungsprojekten und Sozialökonomischen Betrieben geplant, die Projektarbeitsplätze bereitstellen und darüber hinausgehende Integrationsleistungen anbieten.

Mit der Aktion sollen pro Arbeitsplatz durchschnittlich 27.000 Euro jährlich aufgewendet werden. Schon jetzt werden bei älteren Langzeitarbeitslose im Schnitt 17.000 Euro jährlich aufgewendet.

Ab Juli 20.000 Jobs pro Jahr

Zu den Kosten erklärt das Sozialministerium, dass für das Jahr 2018 für die Aktion 200 Mio. Euro zur Verfügung stehen, nach positiver Evaluierung weitere 200 Mio. Euro für 2019. Zudem können in diesem Zeitraum (2017-2019) jene 850 Mio. Euro herangezogen werden, die für die Unterstützungsleistungen der Arbeitslosenversicherung für die Generation 50+ budgetiert wurden.

Die reinen Kosten der Arbeitslosenversicherung für 20.000 ältere Langzeitbeschäftigungslose liegen bei exakt 341,32 Mio. Euro pro Jahr. Laut Regierungsprogramm ist vereinbart ab 1. Juli 2017 20.000 Jobs pro Jahr zu schaffen und die Mittel, die für die Arbeitslosen bisher ausgegeben werden sind zu aktivieren.

(apa / jk) Erstellt am
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