Wirtschaft
02.11.2017

AK mobilisierte bei KURIER-Abstimmung Mitarbeiter für die Pflichtmitgliedschaft

Aufruf zum Nein war erfolgreich: Gegen eine Volksabstimmung sprachen sich 82 Prozent aus, nur 18 Prozent votierten für Abstimmung.

Die Angst vor massiven Veränderungen durch die wahrscheinlich türkis-blaue Regierung dürfte in der Arbeiterkammer tief sitzen. Vor allem die von der FPÖ geforderte Volksabstimmung über die Pflichtmitgliedschaft macht die Arbeitnehmervertreter offenbar sehr nervös.

Was auch zu ungewohnten und nicht wirklich geglückten Aktionen führte. Für eine Leser-Abstimmung auf kurier.at – mit der Frage, ob über die Pflichtmitgliedschaft abgestimmt werden soll – machte eine Mitarbeiterin der AK-Kommunikationsabteilung via e-mail mobil. "Auf kurier.at wird heute abgestimmt, ob es eine Volksabstimmung über Pflichtmitgliedschaft geben soll", machte sie ihre Kollegen aufmerksam: "Könnt Ihr da bitte mitvoten und mit NEIN stimmen?" Nach einigen technischen Anweisungen, wie das funktioniert, gab es am Ende die Aufforderung: "Zum Glück kennt ihr sicher noch mindestens drei Menschen, die dieses Voting auch gerne in unserem Sinn unterstützen. Bitte kontaktiert sie!"

In der AK findet man an der Aktion nichts auszusetzen: Wenn man angegriffen wird, werde man sich wohl noch wehren dürfen, lautete die erste Reaktion aus der Presseabteilung. Worin der Angriff des KURIER bestehen soll, blieb freilich unklar. Der Aufruf zum Nein dürfte allerdings erfolgreich gewesen sein: Gegen eine Volksabstimmung sprachen sich 82 Prozent aus, nur 18 Prozent machten sich für eine Abstimmung stark. Dieses Ergebnis ist kaum schlechter für die AK als die bisher einzige Abstimmung über die Pflichtmitgliedschaft, 1996 sprachen sich in einer Urabstimmung 91 Prozent für die Beibehaltung der Pflichtmitgliedschaft aus.

Die Arbeiterkammer ist die gesetzliche Vertretung für rund 3,7 Millionen Arbeitnehmer. Im Vorjahr hatten die 2700 AK-Mitarbeiter mehr als zwei Millionen Beratungen durchgeführt.