Wirtschaft
10.01.2012

Airlines: Sparstifte und Sponsoren-Suche

Auf Fluglinien kommen turbulente Zeiten zu. In der Branche wird Personal entlassen, es werden Sparstifte gespitzt und Sponsoren gesucht.

Am Luftfahrthimmel weht ein rauer Wind. Die AUA-Mutter Lufthansa muss sich unter anderem auf verstärkte Konkurrenz seitens der zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft Air Berlin einstellen. Diese meldet für 2011 eine Rekordzahl an Passagieren. Insgesamt 35,3 Millionen Fluggäste haben die Berliner befördert, um 1,2 Prozent mehr als 2010. Bei einer Reduktion des Flugangebotes um 1,1 Prozent hat Air Berlin im abgelaufenen Jahr die Auslastung ihrer Flotte von 76,4 auf 78,2 Prozent gesteigert.

Und die finanziell gebeutelte Airline war auch bei der Partnersuche erfolgreich. Sie holen sich mit der arabischen Fluglinie Etihad einen finanzstarken Investor an Bord. Noch im Jänner sollen die Kartellwächter die Aufstockung der Etihad-Anteile an Air Berlin von drei auf 29,2-Prozent absegnen. Die Investoren vom Golf legen 73 Millionen Euro für neue Aktien auf den Tisch und stellen zudem ein 200 Millionen Euro schweres Darlehen in Aussicht. Läuft alles nach Plan, wird Air Berlin schon bald ab Berlin in Richtung Abu Dhabi abheben, wo es Anschlussflüge nach Asien und Australien gibt.

Air-Berlin-Chef Hartmut Mehdorn erhofft sich durch die Zusammenarbeit jährlich Kostensenkungen von bis zu 40 Millionen Euro.

Turbulente Zeiten

Auch die Konkurrenz will mit Kosten- und Kapazitätsstreichungen auf Kurs kommen. So wollen etwa AirFrance/ KLM jährlich 800 Millionen Euro einsparen. Und die staatliche tschechische Czech Airlines feuert gleich ein Drittel ihrer Piloten. Der Ausblick des Branchenverbandes IATA für 2012 ist jedenfalls düster. Bei einer Ausweitung der Schuldenkrise in eine Finanzkrise prognostiziert die IATA der Branche weltweit unterm Strich ein Ergebnis von acht Milliarden US-Dollar. Europas Airlines müssen demnach aber mit einem Minus von vier Milliarden Dollar rechnen.

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