Wirtschaft
11.01.2018

Agrana greift Rübenbauern mit Millionen unter die Arme

Bauern bekommen Entschädigungen für Ernteausfälle in Höhe von rund sechs Millionen Euro. Deutlich mehr Gewinn für den Zucker-, Frucht- und Stärkekonzern.

In der ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres 2016/17 hat der Zucker-, Frucht und Stärkekonzern Agrana einen Gewinn von 127,6 Millionen Euro erzielt. Das sind um 32,4 Millionen mehr als im Vergleichszeitraum des vorherigen Geschäftsjahres. Vor allem der Verkauf von Ethanol hat sich gut entwickelt.

Rekordergebnis

In den Bereichen Frucht und Stärke erwartet Agrana-Generaldirektor Johann Marihart für das laufende Geschäftsjahr ein Rekordergebnis.
Massive Probleme haben allerdings die heimischen Rübenbauern. Nach dem Wegfall der Quoten für den Rübenanbau in der EU sind die Anbauflächen im Ausland deutlich gewachsen. Die Produktionsausweitung hat zu einem Preisverfall geführt. Dazu kommt, dass wegen der Witterung die Ernte-Erträge heuer zurückgegangen sind. Die Ursache dafür sind die teilweise sehr geringen Niederschläge. Die heimischen Rübenbauern sind also doppelt betroffen.

Motivation

Etwa 7000 Rübenbauern beliefern die Agrana. Der Konzern werde Entschädigungen von rund sechs Millionen Euro an die Betroffenen auszahlen, hat Marihart angekündigt. Damit sollen die Bauern dazu motiviert werden, auch in den nächsten Jahren Zuckerrüben anzubauen und nicht auf andere Feldfrüchte umzusteigen.
Derzeit beträgt die Anbaufläche für Zuckerrüben etwa 40.000 Hektar. Die neun Zuckerfabriken der Agrana verarbeiten bis Ende Jänner über sechs Millionen Tonnen Rüben.
Nach wie vor ist die Agrana international aktiv. Im Segment Frucht erfolgte im dritten Quartal der Spatenstich für ein zweites Fruchtzubereitungswerk in China. In Österreich wurde in den Stärkebereich investiert.
Im Ausblick für das Geschäftsjahr 2017/18 geht der Konzern von einem leichten Anstieg beim Umsatz und einer deutlichen Verbesserung beim Ergebnis aus. Das Investitionsvolumen soll 140 Millionen Euro betragen.