© APA/FACUNDO ARRIZABALAGA

Armut
09/17/2013

93 Mio. Europäer haben kein Bankkonto

Nicht nur armutsgefährdete Menschen sind betroffen. Mieten und Einkäufe werden bar beglichen.

93 Millionen Westeuropäer verfügen über kein Bankkonto und können somit nicht am modernen Zahlungsverkehr und modernen gesellschaftlichen Leben teilnehmen. "Zu wenig Geld" ist für ein Viertel der Betroffenen der wichtigste Grund, kein Bankkonto zu haben. Andere brauchen bzw. wollen kein Konto oder sie bekommen kein Konto. Auch das fehlende Vertrauen in Banken spielt eine Rolle. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage der Kreditkartenfirma "MasterCard".

In sechs Ländern - Großbritannien, Frankreich, Italien, Spanien, Polen und Russland - wurden Daten von 631 Personen erhoben, wobei die Ergebnisse regional nur wenig variieren und somit nahelegen, dass die Probleme der benachteiligten Gruppen in allen Ländern Europas und darüber hinaus weitgehend dieselben sind.

Zwei Gruppen

Prinzipiell unterscheiden die Studienautoren zwischen zwei Gruppen: Zur ersten Gruppe gehören finanziell Ausgeschlossene ohne Zugang zum Zahlungsverkehr - weder bar noch unbar, zur zweiten Gruppe die finanziell Unterversorgten, die keinen Zugang zum elektronischen Zahlungsverkehr haben.

In beiden Gruppen liegt der Altersschnitt bei 40 Jahren und der Frauenanteil bei 55 Prozent.

In der zweiten Gruppe sind tendenziell weniger Verheiratete (37 Prozent zu 51 Prozent) zu finden, 36 Prozent haben in den vergangenen drei Monaten Sozialhilfe erhalten und 33 Prozent hatten ein Arbeitseinkommen.

In der ersten Gruppe haben 40 Prozent in den letzten drei Monaten kein Einkommen erzielt - auch keine Transferleistungen erhalten. 81 Prozent haben ihr ganzes Leben im aktuellen Wohnsitzland gelebt. In der zweiten Gruppe sind es 83 Prozent.

Geheimverstecke

98 Prozent der Menschen dieser benachteiligten Gesellschaftsgruppen zahlen ihre Mieten und 95 Prozent ihre Einkäufe in bar. Ihre Bargeldreserven verstauen sie in Geheimverstecken in der Wohnung. Immerhin zwei Drittel besitzen ein herkömmliches Mobiltelefon, ebenso viele kennen "Mobile Banking" nicht einmal dem Namen nach. Für ein Viertel der Betroffenen ist zudem der Zugang zu Computern stark eingeschränkt.

Allein mit Prepaidkarten könnte diesen Menschen schon enorm geholfen werden, meint Jennifer Rademaker von MasterCard Europe. 39 Prozent würden diese laut Umfrage auch nützen. "Es geht nicht um eine einzige Lösung für alle, sondern um personalisierte Ansätze, die verschiedenen Lebensumständen Rechnung tragen“, so Rademaker.

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