450 Millionen € Steuern hinterzogen

Frankfurt
Foto: EPA FRANK MAY Die Finanzmetropole Frankfurt war Schauplatz der spektakulären Razzia - es geht um 450 Millionen, die fehlen

Beinahe eine halbe Milliarde Euro an Steuern sollen Firmenhändler in Frankfurt hinterzogen haben – zwei davon sind nun in Haft.

Ihren Sitz hatten die Verdächtigen in Deutschland, ihre Steuern zahlten sie allerdings auf Zypern: Bei einer Razzia in Frankfurt und Umgebung haben die Behörden mehrere Geschäftsräume und Wohnungen durchsucht und zwei Hauptbeschuldigte festgenommen. Ihnen wird vorgeworfen, Körperschaftssteuer über 450 Mio. Euro hinterzogen zu haben, wie die Generalstaatsanwaltschaft am Montag mitteilte. Insgesamt werde gegen zwölf Personen im Alter zwischen 38 und 77 Jahren ermittelt.

Die Hauptverdächtigen sollen eine Firma betrieben haben, die ihren Sitz zwar mit Zypern angegeben, tatsächlich aber von Frankfurt aus operiert habe. Trotz der in Deutschland erzielten "erheblichen" Gewinne seien keine Steuererklärungen abgegeben worden, erklärte der Leitende Oberstaatsanwalt Günter Wittig. An der hessenweiten Razzia am vergangenen Dienstag waren mehr als 100 Beamte beteiligt, darunter auch Ermittler des Bundeskriminalamts Wiesbaden.

Rekordsumme

Die Summe, die nicht abgeführt worden sein soll, ist ungewöhnlich hoch. Zum Vergleich: Der ehemalige Deutsche-Post-Chef Klaus Zumwinkel war 2008 spektakulär festgenommen und später verurteilt worden, weil er Steuern in Höhe von etwa einer Million Euro hinterzogen hatte.

(apa / ep) Erstellt am
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