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Arbeitsmarkt
08/01/2016

380.000 Menschen waren im Juli auf Jobsuche

Die Zahl der Menschen ohne Job stieg um 0,8 Prozent auf rund 380.000.

Im Juli hat sich die Zahl der Arbeitslosen und Schulungsteilnehmer insgesamt wieder erhöht: 379.679 Personen hatten keinen Job, um 0,8 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Besonders stark stieg die Arbeitslosigkeit bei Älteren ab 50 Jahren (+5,9 Prozent) und bei Ausländern (+6,3 Prozent), teilte das Sozialministerium am Montag mit. Die Arbeitslosenquote ist allerdings um einen Zehntel Prozentpunkt auf 8,0 Prozent gesunken. Die Zahl der unselbstständig Beschäftigten war um 1,3 Prozent höher. Ein Lichtblick am Arbeitsmarkt sind die gemeldeten offenen Stellen, die um 40,8 Prozent auf 43.800 hinaufgeschnellt sind.

58.000 Menschen in Schulungen

Bei Inländern sank die Arbeitslosigkeit im Juli um 1,6 Prozent: 233.983 Österreicher waren im Juli arbeitslos vorgemerkt. Hingegen stieg die Zahl der arbeitslos vorgemerkten Ausländer auf 87.273 Personen. Zu den insgesamt 321.256 vorgemerkten Arbeitslosen (+0,4 Prozent) kamen noch 58.423 Schulungsteilnehmer des AMS ohne Arbeitsplatz (+3,1 Prozent).

Betrachtet nach Geschlecht sank die Arbeitslosigkeit (nur vorgemerkte Arbeitslose) bei Männern um 1,0 Prozent, während sie bei Frauen um 2,1 Prozent anstieg. Deutlich rückgängig war die Arbeitslosigkeit bei Jugendlichen (15 bis 24 Jahre), wo sie um 6,6 Prozent sank. Positiv entwickelte sich auch der Lehrstellenmarkt, wo weniger Lehrstellensuchenden deutlich mehr offene Lehrstellen gegenüberstanden. Insgesamt reduzierte sich die Lehrstellenlücke, also die Zahl der fehlenden Lehrstellen, um 525 auf 4.986.

Stöger: Trotz Erholung der Wirtschaft noch keine Trendwende

Für Sozialminister Alois Stöger (SPÖ) zeigen die jüngsten Zahlen, dass die allmähliche wirtschaftliche Erholung - im Juli gab es auch einen Beschäftigungshöchststand - noch nicht für eine generelle Trendwende am Arbeitsmarkt reicht. Vor allem an der Entwicklung der offenen Stellen zeige sich, dass der leichte Aufwärtstrend in der österreichischen Wirtschaft weiter an Boden gewinne, sagt Stöger. Die Zahl der gemeldeten offenen Arbeitsplätze liegt Ende Juli mit 43.800 bereits um +40,8 Prozent über dem Vorjahreswert.

Eine Offensive zur Senkung der Zahl der Arbeitslosen fordert Arbeiterkammer-Präsident Rudi Kaske: Öffentliche und private Investitionen, intelligente Formen der Arbeitszeitverkürzung, Bildungsmaßnahmen und konsequente Umsetzung der Maßnahmen gegen Lohn- und Sozialdumping. Das Arbeitsmarktservice (AMS) solle um 400 Stellen aufgestockt werden. Der AK Präsident verlangt, dass "jetzt ohne Verzögerungen und Haarspalterei das kommt, was im Bundesfinanzrahmen dem AMS auch zugesagt wurde, nämlich 196 Millionen Euro zur Bewältigung der anstehenden Herausforderungen."

Auch die Wirtschaftskammer fordert Impulse für Wirtschaft und Beschäftigung. Alarmierend sei der Rückfall im EU-Vergleich: Österreich sei aktuell das einzige Land mit steigender Arbeitslosenquote. Um dieser Entwicklung gegenzusteuern fordert Martin Gleitsmann, Leiter der sozialpolitischen Abteilung in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), eine rasche Entlastung der Wirtschaft durch eine Senkung der Lohnnebenkosten. Positiv sieht er den verstärkten Einsatz der Eingliederungsbeihilfe für Personen über 50 Jahren.

Deutlicher mehr arbeitslose Akademiker

Deutlich gestiegen ist die Akademikerarbeitslosigkeit: 29.019 Personen waren vorgemerkt arbeitslos oder in Schulung, ein Plus von 13,5 Prozent zum Vorjahr. Hingegen ging die Arbeitslosigkeit bei Personen mit Lehrausbildung um 0,6 Prozent zurück.

AMS-Chef Johannes Kopf kommentierte die jüngsten Zahlen auf Facebook: Der Anstieg der Gesamtarbeitslosigkeit um 0,8 Prozent sei der bisher niedrigste Anstieg im Jahresvergleich. Auffallend sei, dass die dabei betroffenen inländischen Arbeitssuchenden mit -6.496 bzw. 2,3 Prozent rückläufig sind, die Personen mit ausländischer Staatsbürgerschaft jedoch mit einem Plus von 9.643 bzw. 9,8 Prozent deutlich ansteigen. Diese Entwicklung sei vor allem auf die neu auf den Arbeitsmarkt gekommenen geflüchteten Personen zurückzuführen.

Ohne Job waren im Juli 25.168 Flüchtlinge und subsidiär Schutzberechtigte, ein Anstieg zum Juli 2015 um fast 8.000 Personen. Davon waren 15.325 Menschen arbeitslos vorgemerkt und 9.843 in Schulungsmaßnahmen. Den größten Anteil stellten Syrer (11.102 Personen), gefolgt von Afghanen (4.650) sowie Russen (3.115) und Irakern (1.521).

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