Wellness
24.01.2018

Zeigt uns eine kalte Nase, dass wir gestresst sind?

Ihre dauerhaft kalte Nasenspitze haben Sie vielleicht einem stressigen Lebenswandel zu verdanken, wie britische Forscher jetzt herausgefunden haben.

Forscher der University of Nottingham haben eine Untersuchung publiziert, die einen Zusammenhang zwischen einer kalten Nase und Stress herstellt. Den Wissenschaftern zufolge könnte der Temperaturabfall durch eine starke psychische Belastung bedingt sein, wie sie in der englischsprachigen Fachzeitschrift Human Factors schreiben.

Hauttemperatur im Gesicht sank

Mithilfe von Wärmebildkameras untersuchten die Forscher die Gesichter von 14 Probanden. Während der Messung der Gesichtstemperatur mussten die Teilnehmer Aufgaben mit steigendem Schwierigkeitsgrad erledigen. Es zeigte sich, dass die Gesichtstemperatur sank, je kniffliger die Aufgabenstellungen waren. Am ausgeprägtesten war dieser Effekt rund um die Nase. Bei der genaueren Analyse der Messdaten stellte man fest, dass besonders konzentrierte Teilnehmer eine veränderte Atmung aufwiesen, weil aufgrund der Belastung automatisch das vegetative Nervensystem aktiviert wurde. Außerdem fanden die Wissenschafter Hinweise darauf, dass der Blutfluss bei steigender kognitiver Belastung vom Gesicht weg und hin zur Großhirnrinde geleitet wurde.

"Wir haben erwartet, dass mentale Anforderungen bei einer ausführenden Person in physiologischen Veränderungen resultieren würden, aber die direkte Korrelation zwischen der Arbeitslast und der Hauttemperatur war sehr beeindruckend und kontraintuitiv – wir haben nicht erwartet, dass das Gesicht kälter wird", erklärte Mitautor Alastair Ritchie von der University of Nottingham in einer Pressemeldung. Mit dieser Methode zur Einschätzung der Arbeitslast könne man Maßnahmen entwickeln, die Betroffene in Zeiten maximaler Belastung unterstützen.

Flugsicherheit

Die neue Technik könnte in Zukunft zum Beispiel dazu verwendet werden, die Körpertemperatur von Mitarbeitern aus der Entfernung zu überwachen. So könnte schnell und unkompliziert festgestellt werden, ob Betroffene überlastet sind, ohne dass Mitarbeiter bei ihrer Tätigkeit gestört werden, erläutern die Wissenschaftler. Die Experten schlagen vor, dass Wärmebildkameras in Flugzeugcockpits eingesetzt werden, um den Druck auf die Piloten zu monitoren. Wenn Piloten unter erhöhtem Stress oder Müdigkeit leiden, kann das schwerwiegende Folgen haben. Wärmebildkameras könnten also die Flugsicherheit erhöhen. Das wissenschaftliche Team arbeitet bereits gemeinsam mit Airbus an einem entsprechenden Projekt, hieß es in der Pressemitteilung.