Wellness
30.12.2017

Was wir 2017 Neues über Ernährung gelernt haben

Auch das heurige Jahr stand wieder ganz im Zeichen wissenschaftlicher Erkenntnisse zum Thema Ernährung. Die bedeutsamsten auf einen Blick.

Zu viel Fleisch verträgt sich nicht mit einer langen Lebenserwartung. Wer beim Essen das gewisse scharfe Extra nicht scheut, könnte hingegen länger leben. Außerdem macht Frustessen gar nicht so froh, wie man meinen möchte. Und wer sich in der Mittagspause gerne Fertigsalate gönnt, sollte diese Kaufentscheidung künftig überdenken.

Was sich in der Wissenschaft in puncto Ernährung getan hat, lesen Sie in unserem Jahresrückblick.

Viel Fleisch verkürzt das Leben

Schlechte Nachricht für Fleischliebhaber: Eine Studie aus Schweden hat nachgewiesen, dass hoher Fleischkonsum die Lebenserwartung deutlich senkt – unabhängig davon, wie viel an gesundheitsfördernden Lebensmitteln wie Obst und Gemüse sonst noch gegessen wird. Das haben Wissenschafter der Medizinischen Universität Karolinska Institutet in Stockholm in einer Langzeituntersuchung herausgefunden.

Scharfe Esser leben länger

Während Fleisch einem langen Leben nicht zuträglich ist, scheinen Chilis eine lebensverlängernde Wirkung zu haben. Zu diesem Schluss kamen US-amerikanische Forscher. Die Wissenschafter der Universität von Vermont analysierten die Daten einer großangelegten repräsentativen Langzeitstudie, die laufend den Gesundheitsstatus tausender erwachsener US-Amerikaner verfolgt. Dabei werden verschiedenste Gesundheitsfaktoren abgefragt, darunter Bewegung und Ernährung.

Finger weg von Fertigsalaten

Fertigsalate mit Wurst, Nudeln oder Getreide enthalten durch die Bank zu viel Salz, und etliche sind auch noch wahre Fettbomben. Das hat ein Test für das Magazin Konsument (April-Ausgabe) ergeben. Der Verein für Konsumenteninformation hat dafür zwei Wurst-, sechs Nudel- und fünf Getreidesalate untersucht.

Frustessen macht gar nicht froh

Wissenschafter der Universitäten Gießen und Marburg haben den Zusammenhang zwischen Ernährungsverhalten, Wohlbefinden und Stress unter Alltagsbedingungen untersucht. 77 Erwachsene führten über vier Wochentage hinweg Tagebuch zu ihrem Ess- und Trinkverhalten sowie zu ihrer Stimmungslage. Speichelproben wurden ebenfalls abgegeben. Diese wurden unter anderem auf das Stresshormon Cortisol untersucht. Auch die Auswirkungen des klassischen Frustessens – also der Aufnahme meist kalorienreicher, ungesunder Kost – wurden untersucht: Ein stressreduzierender Effekt konnte nicht festgestellt werden.

3 Portionen Gemüse pro Tag lindern Stress

Drei bis vier Portionen Gemüse pro Tag senken das Stressrisiko deutlich. Das hat eine australische Langzeitstudie ergeben. Über 60.000 Australier wurden für die Studie untersucht – über einen Zeitraum von 45 Jahren fanden zwei Erhebungen statt. Analysiert wurden dabei Daten zum Gemüsekonsum, Lifestyle-Faktoren sowie das Stressaufkommen bei den Probanden.

Diese Zutat könnte der Grund für ständigen Heißhunger sein

Eine neue Studie legt nahe, dass erhöhter Salzkonsum langfristig die Flüssigkeitsaufnahme reduziert und stattdessen den Appetit steigert. Mit ihren Erkenntnissen stellt die deutsch-amerikanische Forschergruppe bisher gültige Annahmen über die Auswirkungen einer besonders salzigen Ernährung quasi auf den Kopf. Die Studienautoren wollten wissen, was passiert, wenn man den Salzkonsum der Probanden von zwölf Gramm Salz pro Tag auf sechs Gramm pro Tag reduziert. Bisherigen Studien zufolge würde dies weniger Durst und damit weniger Flüssigkeitsaufnahme nach sich ziehen. Doch das Gegenteil war der Fall: Die Männer tranken weniger Wasser, wenn sie mehr Salz zu sich nahmen.

Wie man Gemüsehasser austrickst

​Der neuen Untersuchung zufolge, die im Fachblatt JAMA Internal Medicine veröffentlicht wurde, hat die kreative Benennung bestimmter Gemüsesorten einen bedeutenden Einfluss auf den Konsumenten. Forscher des Psychologie-Instituts der Stanford University konnten herausfinden, dass beschreibende und besonders schmackhaft klingende Benennungen Gemüse attraktiver für den Käufer machen.

Vegane Pflanzenmilch könnte Wachstum bei Kindern hemmen

Statt Kuhmilch steht in vielen Haushalten mittlerweile Sojamilch im Kühlschrank. Auch Kinder trinken immer öfter die als veganer Ersatz für Kuhmilch verkauften Produkte. Neben Sojamilch werden auch Mandelmilch, Hafermilch und andere Getreidemilchsorten beliebter. Ob und wenn ja welche Effekte die alternativen Nahrungsmittel auf Heranwachsende haben, hat sich ein Team um Kindermediziner Jonathon Maguire vom St. Michael's Hospital in Toronto angesehen. Nach der Auswertung von Daten von mehr als 5.000 gesunden kanadischen Kindern im Alter von zwei bis sechs Jahren zeigte sich, dass Dreijährige, die täglich drei Tassen Pflanzenmilch zu sich nehmen, durchschnittlich um 1,5 Zentimeter kleiner sind als Gleichaltrige.

Was Kinder zu gesunden Essern macht

Je angenehmer die Atmosphäre am Mittagstisch, desto beherzter greifen die Kleinen bei Obst und Gemüse zu. Zu diesem Schluss kamen Forscher der University of Illinois. Sie konnten zeigen, dass Kinder bezüglich ihrer Essenspräferenzen vom Ambiente beeinflusst werden.

Safran könnte bei Depressionen helfen

Das teuerste Gewürz der Welt ist der Stimmung zuträglich, wie Forscher in Madrid herausgefunden haben. Die Analyse zeigte, dass Safran wie ein Stimmungsaufheller wirkt. Konkret konnten die Forscher beobachten, dass bei der höchsten Safran-Dosierung (28 Milligramm/Tag) die gedrückte Stimmung der Probanden gelindert wurde. Und: Wer bevorzugt frische und unbehandelte Nahrungsmittel sowie Vollkornprodukte konsumiert, tut seiner Psyche etwas Gutes. Australische Forscher konnten zeigen, dass Menschen bei schlechter Ernährung eher an Depressionen erkranken.