Wer vier Mal täglich zu Vollkorn greift, profitiert am meisten.

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Warum Sie mehr Vollkorn essen sollten
06/15/2016

Warum Sie mehr Vollkorn essen sollten

Studie: Sie können damit Ihr Leben verlängern.

Vollkornprodukte haben viele positive Effekte auf die Gesundheit - etwa auf jene des Darms, auf den Blutzuckerspiegel bei Diabetikern, etc. Das ist bekannt. Doch jetzt zeigt eine große Übersichtsstudie, die zwölf frühere Untersuchungen neu ausgewertet hat: Wer regelmäßig zu vollem Korn greift, lebt auch länger. Vollkornbrot enthalten mehr wertvolle Bestandteile wie Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe als Brot oder Gebäck aus Auszugsmehlen (niedriger Ausmahlungsgrad, sogenanntes „weißes“ Brot).

Wer am meisten profitierte

Die größten Effekte zeigten sich bei jenen Personen, die vier Mal am Tag Vollkornprodukte (Brot, Gebäck, Kuchen, Teigwaren) verzehrten (insgesamt zumindest 70 Gramm) im Vergleich zu jenen, die nur wenig oder gar keine derartigen Produkte verspeisten:

- Die Vielesser hatten im Schnitt ein um 22 Prozent niedrigeres Risiko, im Studienzeitraum zu versterben.

- Ihr Risiko für Herz-Kreislaufkrankheiten war um 23 Prozent gesenkt.

- Und das Risiko für eine Krebserkrankung um 20 Prozent.

Insgesamt floßen in die Analyse die Daten vo 786.000 Studienteilnehmern aus den USA, Großbritannien sowie Skandinavien ein. Die Untersuchungen wurden zwischen 1970 und 2010 durchgeführt. Erschienen ist die Studie der Harvard T.H. Chan School of Public Health im Fachmagazin Circulation.

In der Österreichischen Ernährungspyramide werden täglich vier Portionen Getreide, Brot, Nudeln, Reis oder Erdäpfel empfohlen, wobei hier Vollkornprodukte bevorzugt werden sollen.

Was sich Vollkorn nennen darf...

Vollkornbrot wird aus ganzen Getreidekörnern, Vollkornschrot oder Vollkornmehl, auch Vollmehl genannt, hergestellt. Werden auch andere Mehle beigemengt, dürfen diese maximal 10 Prozent des Gesamtgewichtes ausmachen, heißt es auf dem öffentlichen Gesundheitsportal gesundheit.gv.at.

Nicht jedes dunkle Brot ist deshalb automatisch ein Vollkornbrot. Wenn dunkles Brot nicht ausdrücklich als Vollkornbrot deklariert ist, kann es sich dabei auch um Mischbrot handeln. Dabei kann die dunkle Färbung etwa mit Malzzusatz erzielt werden. "Malzzusätze sind zwar unbedenklich, sie können aber bei manchen Menschen ein „gesundes“ Gewissen erzeugen, wenn man zu einem solchen „dunkel gefärbten“ Brot greift", so das Portal des Gesundheitsministeriums.

...und was ein Mehrkornbrot ist

Die Bezeichnung „Mehrkornbrot“ bedeutet lediglich, dass mehrere Getreidesorten verarbeitet wurden. Dabei muss es sich nicht unbedingt um Vollkorn handeln. Bei Vollkorn wird das ganze Getreidekorn inklusive seiner wertvollsten Bestandteile – Keimlinge und Randschichten – verarbeitet bzw. vermahlen. Ob grob oder fein, ist dabei ganz egal. Vollkornbrot muss weder ganze Körner, noch groben Schrot enthalten, es kann auch ausschließlich aus fein gemahlenem Vollkornmehl gebacken werden. Es braucht auch nicht dunkel zu sein. Dunkel ist nur Roggenvollkornbrot. Weizenvollkornbrot dagegen ist eher hell. Sie sollten sich daher auch nicht von einem „hellen“ Vollkornbrot abschrecken lassen, wenn es als solches deklariert ist.

Mangelernährt trotz vieler Kalorien

Die Bedeutung von vitamin- und mineralstoffreichen Lebensmitteln wie Vollkornprodukten, aber auch Obst und Gemüse zeigt auch ein anderer Bericht: Auch Hunderte Millionen stark übergewichtiger Menschen weltweit leiden ebenfalls an einer Mangel- bzw. Fehlernährung ("Global Nutrition Report"). Sie nehmen zwar ein Übermaß an Kalorien zu sich – zu viel Zucker, zu viel Fett –, aber vielfach handelt es sich eben nur um "leere Kalorien". Die große Zufuhr kann nicht nur Zivilisationskrankheiten wie Typ-2-Diabetes auslösen. Durch die einseitige, fett- und zuckerreiche Ernährung fehlt es vielen stark Übergewichtigen auch an einer ausreichenden Zufuhr an Vitaminen, Mineral- und Ballaststoffen.

"Fehlernährt zu sein ist die neue Normalität", sagen die Studienautoren. Jeder dritte Mensch weltweit ist von Mangelernährung betroffen - viele aufgrund von Unterernährung, aber bei einer steigenden Zahl von Menschen sind starkes Übergewicht und einseitige Nährstoffzufuhr die Ursache.

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