Wellness
12.11.2017

Warum sich der Babybauch dieser Frau nach innen wölbte

Weil sie eine nach hinten geneigte Gebärmutter hat, wölbte sich der Babybauch einer Bloggerin in den ersten Schwangerschaftsmonaten nicht nach außen. Auf Instagram wurde die werdende Mutter dafür angefeindet.

Es ist nicht das erste Mal, dass Mütter während der Schwangerschaft wegen ihres nicht oder nur minimal sichtbaren Babybauchs im Netz angefeindet werden. So wurde unter anderem besonders sportlichen Frauen, die zudem auch während der Schwangerschaft einen Sixpack hatten, unterstellt, sie würden ihren noch ungeborenen Kindern bewusst Schaden zufügen.

Bei Yiota Kouzoukas, ihres Zeichens Designerin, hat die minimale Ausprägung ihres Babybauchs eine medizinische Ursache. Die Australierin, die zusammen mit ihrer Schwägerin Thessy Kouzoukas das It-Label Sabo Skirt gegründet hat, hat eine nach hinten geneigte Gebärmutter.

Das ist auch der Grund, warum ihr Bauch in den ersten Schwangerschaftsmonaten nicht nach vorne, sondern nach hinten wuchs, wie sie kürzlich auf Instagram schilderte. "In den ersten vier Monaten meiner Schwangerschaft war mein Uterus retroflektiert/gekippt, was bedeutet, dass mein Bauch rückwärts in meinen Körper hineinwuchs, anstatt nach außen. Bei den meisten Menschen mit dieser Form der Gebärmutter kippt der Uterus nach zwölf Wochen nach vorne und wächst dann ganz normal nach außen", schrieb Kouzoukas, die für ihren "fehlenden Babybauch" viel Kritik einstecken musste.

Im Interview mit Self erzählt sie, dass sie bis zum fünften Monat keine Wölbung ihres Bauches entdecken konnte, im sechsten Monat habe sie dann plötzlich erste Veränderungen bemerkt. Auf Instagram erklärt die Designerin außerdem, dass die Tatsache, dass sie seit Jahren an Endometriose leidet, die Wölbung nach innen verstärkt und verlängert habe.

Kouzoukas, die nun im siebten Monat schwanger ist, betont auch, dass ihr kurzer Oberköper und ihr trainierter Bauch die Wölbung kleiner erscheinen lassen würde. Mittlerweile wachse ihr Bauch aber ganz normal und wie bei jeder anderen Schwangeren nach außen.

Rückwärtsneigung der Gebärmutter

Die häufigste Lage des Uterus, der enorm beweglich und dehnbar ist, im Unterleib ist die leichte Vorwärtsneigung von Gebärmutterkörper und Gebärmutterhals in Richtung Bauchdecke. Während der Schwangerschaft kann die Gebärmutter erheblich an Größe zunehmen, die Vorwärtsneigung der Gebärmutter bietet dafür ideale Bedingungen.

Bei etwa zehn Prozent der Frauen neigt sich die Gebärmutter aber nicht nach vorne, sondern nach hinten in Richtung Kreuzbein. Dieser sogenannte retroflektierter Uterus ist, solange er beweglich ist, nur eine Variante der normalen Lage und verursacht selten Beschwerden. Wird eine Frau mit einer Rückwärtsneigung der Gebärmutter schwanger, richtet sich diese fast immer spontan auf, so dass sich eine normale Schwangerschaft entwickelt.

In manchen Fällen kann es vorkommen, dass eine Gebärmutter, die sich nach hinten neigt, mit dem Bauchfell am Mastdarm verwachsen ist. Ein sogenannter fixierter retroflektierter Uterus ist unbeweglich und kann sich auch bei einer Schwangerschaft nicht aufrichten. Ursache für die Verwachsung der Gebärmutter können Entzündungen, eine Endometriose oder eine Operation im kleinen Becken sein. Bei der fixierten Form der Rückwärtsneigung der Gebärmutter können die Verwachsungen operativ gelöst werden. Die Gebärmutter kann auf diese Weise wieder beweglich gemacht werden und die Beschwerden werden gebessert.