Wellness 09.01.2018

USA: Todesfälle durch Bakterien in Romana-Salat

Romana-Salat © Bild: Getty Images/iStockphoto/karandaev/iStockphoto

In den USA und Kanada wird aktuell vor dem Verzehr von Romana-Salat gewarnt. Dutzende Menschen sollen durch den Konsum mit E. coli Bakterien infiziert worden sein. Die New York Times berichtet von zwei Todesfällen in diesem Zusammenhang.

In den USA und Kanada sind mindestens zwei Menschen nach einer Infektion mit E. coli Bakterien gestorben. Dutzende sollen an für eine entsprechende Infektion typischen Symptomen leiden. Das berichtet die New York Times unter Berufung auf kanadische Behörden, die die Todesfälle mit kontaminiertem Romana-Salat in Verbindung bringen.

Die Gesundheitsbehörden in den USA haben bisher noch keine offizielle Warnung ausgegeben, gaben aber bekannt, dass man ausgehend von den Informationen der kanadischen Behörden aktuelle Infektionsfälle mit Fokus auf Romana-Salat untersuche. "Sie (kanadische Behörden, Anm. der Redaktion) haben hier wirklich gute Arbeit geleistet und ich glaube, dass uns das gute Hinweise geliefert hat, wo wir anfangen müssen", sagte Matthew Wise von den Centers for Disease Control and Prevention gegenüber der New York Times.

Große Zahl an Infektionen

Insgesamt seien in beiden Ländern 58 Fälle schwerer Infektionen bekannt. Der Großteil der Betroffenen gab an, Romana-Salat verzehrt zu haben, bevor erste Beschwerden auftraten. Dabei hätten die Patienten den Salat sowohl zuhause als auch in Restaurants und Schnell-Imbissen gegessen.

Obwohl US-Behörden bisher von einer landesweiten Warnung abgesehen haben, rät Consumer Reports, die weltweit größte Verbraucherorganisation der Welt mit Sitz in den Vereinigten Staaten, derzeit vom Konsum des Blattgemüses ab. Beim Kauf und Verzehr sei jedenfalls erhöhte Vorsicht geboten, betonte James Rogers, Leiter der Abteilung für Ernährungssicherheit der Organisation, auf der Website.

Symptome einer Infektion mit dem Bakterium umfassen Fieber, Bauchschmerzen, Durchfall und Blut im Stuhl. Im schlimmsten Fall kann es zu Nierenversagen kommen. Für Kinder, Menschen mit geschwächtem Immunsystem und ältere Menschen ist eine derartige Infektion besonders gefährlich.

Wissenswertes Escherichia coli

Escherichia coli – auch Kolibakterium genannt – kommt laut AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit) im menschlichen und tierischen Darm vor und kann auch auf Obst oder Gemüse landen, wenn dieses mit Tierkot in Kontakt kommt. "Die Übertragung der Bakterien erfolgt hauptsächlich über den Verzehr kontaminierter Lebensmittel, wie rohes Rinderfaschiertes, Mettwurst, Salami, Rohmilch aber auch pflanzliche Lebensmittel, die auf mit Rindergülle gedüngten Äckern kultiviert und roh verzehrt werden, beispielsweise grüne Blattgemüse, sowie industriell hergestellte Sprossen", heißt es vonseiten der AGES auf Anfrage von kurier.at.

Lebensmittel würden routinemäßig auf das Bakterium untersucht. Im Jahr 2016 wurden in Österreich 531 Fleischproben untersucht, in 22 Proben (4 Prozent) wurde das Kolibakterium nachgewiesen. Aus zwei von 71 Rohmilchproben (3 Prozent) konnte es ebenfalls isoliert werden, aus einem von 68 Rohmilchkäseproben (1,5 Prozent) und aus 24 von 491 verarbeiteten Speisen. In Früchten und Gemüse (124 Proben) sowie Käse aus pasteurisierter Milch, Milchprodukten und Konditoreiwaren (51 Proben) wurde es nicht gefunden.

Da als Reservoir der E. coli Bakterien Wiederkäuer und Wildtiere gelten, ist laut AGES die strikte Einhaltung von Hygienevorschriften von großer Bedeutung. Ein bekannter Übertragungsweg ist auch der Kontakt mit Wiederkäuern in Streichelzoos: Hier sollten Kinder nach dem Streicheln der Tiere unbedingt die Hände mit Seife waschen.

( kurier.at , pama ) Erstellt am 09.01.2018