Wellness 19.02.2018

Schwammerl: Kleine Nährstoffpakete?

Steinpilze © Bild: Getty Images/iStockphoto/Foxys_forest_manufacture/iStockphoto

Farblich unaufgeregt und trotzdem gesund: Bei Pilzen zählen die inneren Werte.

Wer gesund essen will, muss bunt essen, lautet die gemeine Faustregel. Farblich können Champignons, Steinpilze und andere Schwammerl mit Spinat, Karotten, Rote Beete und Co. nicht mithalten, nährstoffreich sind sie aber trotzdem, wie Diätologin Angela Lemond im Gespräch mit der New York Times erklärt.

Schwammerl seien laut Lemond, die auch Sprecherin der Academy of Nutrition and Dietetics ist, fett- und kalorienarm und cholesterinfrei, aber dabei reich an Vitaminen. Pilze liefern demnach Kalium, Magnesium, Zink und eine Reihe von Vitaminen des B-Komplexes, wie beispielsweise Folsäure. Außerdem enthalten sie Ballaststoffe und weisen einen hohen Gehalt an Antioxidantien wie Glutathion auf. Dabei handelt es sich um ein Antioxidans, das den Körper vor freien Radikalen, sprich aggressiven Sauerstoffmolekülen, die in Zusammenhang mit der Entstehung von Krebs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen stehen, schützen. Antioxidantien aller Art können auch der Entstehung von Arteriosklerose, Gicht, Rheuma, Alzheimer, Parkinson und Entzündungen im Körper vorbeugen.

Einige Studien würden Lemond zufolge auch belegen, dass Pilze die Aminosäure Ergothionein enthalten, ein lang übersehenes Vitamin, das eine wichtige Rolle in der Abwehr von oxidativem Stress in menschlichen Zellen zu spielen scheint, wie Chemiker der Universität Basel 2015 herausfanden.

Varieties of mushrooms
Bildnummer. 157377704 rieties of mushrooms © Bild: Getty Images/iStockphoto/chang/iStockphoto

Sorte und Anbauart relevant

Wesentlich für den Nährstoffgehalt von Pilzen sei Sorte und Anbauart, betont Robert Beelman im Interview mit der Zeitung. Beelman, der das Center for Plant and Mushroom Foods for Health an der Pennsylvania State University leitet, weist darauf hin, dass Champignons reich an Kalium und Selen sind. Shiitake, Steinpilze, Laubporlinge und Austernpilze würden unterdessen mehr Ergothionein und Glutathion liefern.

Manche Pilze würden auch Vitamin D enthalten, jedoch in der Regel nur dann, wenn sie während des Wachstums Sonnenlicht oder ultraviolettem Licht ausgesetzt waren, weiß der Experte. Einige Studien würden außerdem darauf hindeuten, dass Schwammerl das Risiko für Brustkrebs und Demenz senken können. Beelman betont allerdings, dass die Erhebungen nicht eindeutig seien und kein Kausalzusammenhang hergestellt werden konnte.

( kurier.at , pama ) Erstellt am 19.02.2018