Wellness
10.06.2017

RunNa's High: Nicht auf der Höhe - und trotzdem high

Der Mondsee HM brachte keine PB im gewöhnlichen Sinn.

Und plötzlich war es wieder da. Knapp vor der 17km-Tafel. Ein Gefühl, als könnte ich Bäume ausreißen. Nun ja, die Bäume ließ ich dann doch stehen, dafür gab ich am Asphalt ein bisschen mehr Gas. "Nur noch vier Kilometer", rufe ich "meinem Begleiter" zu und drehe die Musik von meinem iPod lauter. Etwa ab der Hälfte hatte er sich an meine Fersen geheftet und seither geht es fast im Gleichschritt Richtung Ziel.

Irgendwann fingen wir zu quatschen an. Dann verabschiedete ich mich wieder in meine eigene kleine Welt – Musik an, Kopf aus. Reden während man einen Halbmarathon quasi auf Anschlag läuft, ist auf Dauer doch zu anstrengend. Umso überraschter ist er, als mein Jubel plötzlich ausbricht. Es wirkt ein bisschen so, als hätte ich ihn aus einer Trance geholt. Er schaut mich nur kurz an und nickt. Auch er scheint in seiner eigenen Welt versunken zu sein. Tunnelblick.

Mein High lässt mich gefühlt über den Asphalt fliegen, um dann doch wieder auf dem harten Boden der Realität zu landen: 18. Noch drei Kilometer. Der Wind hat immer noch kein Erbarmen und verbläst so manche persönliche Bestzeit (PB). Mittlerweile hat es auch noch zu schütten angefangen. Die Tropfen laufen mir übers Gesicht, schmecken salzig von der Anstrengung. Nach 1:55:31 überquere ich schließlich die Ziellinie. Nur wenige Sekunden später werde ich von "meinem Begleiter" umarmt. Wir klatschen ab, gratulieren einander. Glücklich.

#runningmakesmehappy

So geschehen am vergangenen Sonntag beim Mondseelauf. Es war mein längster und schnellster Lauf seit einer gefühlten Ewigkeit. "PB hat nicht immer was mit schnell zu tun - manchmal ist es auch das Gefühl, wieder da zu sein", schrieb mir ein Freund unter mein Facebook-Posting nach dem Lauf. Wie wahr, wie wahr. Mit dieser Zeit wäre ich vor Monaten nie und nimmer zufrieden gewesen. Noch im September war ich den Marathon in Berlin schneller gelaufen (ich meine natürlich die Pace) als jetzt den Halben in Mondsee. Eine Zwangspause hatte mich die letzten Monate aus der Bahn geworfen. Nun geht es endlich wieder bergauf oder besser gesagt: Es beginnt wieder zu laufen.

Auch wenn ich von der Form her nicht auf der Höhe bin, der Lauf in Mondsee hat mir gezeigt, dass ich ein ganz besonderes High nicht verloren habe: Von meiner PB war ich meilenweit entfernt. Und dennoch war es da, dieses Mega-Gefühl: das Runner’s High oder besser gesagt "RunNa’s High"! Wie war das nochmal? "PB hat nicht immer etwas mit 'schnell' zu tun." Genau. PB steht in diesem Fall für meine persönliche Bereicherung, ohne die ich mir mein Leben nicht mehr vorstellen will: meine Kraftquelle, meine Leidenschaft, meine (zweite) große Liebe oder eben kurz gesagt – RunNa’s High. Nicht umsonst heißt einer meiner liebsten Instagram-Hashtags #runningmakesmehappy

Warum, wieso, weshalb und vor allem was dieses RunNa’s High alles ausmacht? Tja, Fortsetzung folgt. Ab sofort jeden Samstag hier aufkurier.at. Und derweil gibt eshierschon einmal einen Vorgeschmack.

Autorin Natascha Marakovits finden Sie auch auf Instagram.