Wellness
19.01.2018

Mittelmeer-Diät: Beste Ernährung für Diabetiker?

Die sogenannte Mittelmeer-Diät ist Experten zufolge für Menschen mit Diabetes besonders geeignet.

Eine pflanzenbasierte Kost wie die Mittelmeer-Diät sei eine gute Möglichkeit, den Zuckerstoffwechsel bei Diabetikern günstig zu beeinflussen, erklärte das Deutsche Institut für Ernährungsforschung (Dife) am Freitag in Potsdam.

Die Wissenschafter gehen davon aus, dass die in Früchten, Gemüse, Olivenöl, Nüssen, Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe sowie Ballaststoffe die Insulinempfindlichkeit der Patienten verbessern. Bei Typ-2-Diabetikern können die Zellen nicht mehr genügend vom Hormon Insulin bereitstellen, der Blutzuckerspiegel ist dann erhöht. Das internationale Forscherteam unter Leitung des Potsdamer Instituts wertete insgesamt Daten von knapp 5.000 Teilnehmern aus 56 Ernährungsstudien aus. Dann untersuchten die Experten die Effekte von neun verschiedenen Kostformen auf die Blutzuckerwerte.

Nüchternblutzuckerwert

Die Mittelmeer-Diät war im Vergleich zur Kontroll-Diät, bei der sich die Teilnehmer nicht nach Vorgaben, sondern weiterhin wie gewohnt ernährten, am besten geeignet, um den sogenannten Nüchternblutzuckerwert zu senken. Dieser Wert gibt die Blutzuckermenge nach einer mindestens achtstündigen Fastenperiode an, zum Beispiel nach der Nachtruhe. Es folgten die sogenannte Paläo-Diät, die vor allem auf Eier, Obst und Fleisch setzt, sowie die vegane Kost.

Die Lowcarb-Diät, eine kohlenhydratarme Kost, war dagegen am besten geeignet, um den Langzeitblutzuckerwert günstig zu beeinflussen. Er gibt an, wie hoch der Blutzucker in den vorangangenen acht bis zwölf Wochen war. Daneben wirkten sich auch die Mittelmeer- und die Paläo-Diät sehr günstig auf diesen Wert aus.

Die Lowfat-Diät mit fettarmer Kost zeigte demnach hingegen die schwächsten Effekte auf den Zuckerstoffwechsel. Die Studienergebnisse wurden im European Journal of Epidemiology veröffentlicht.

Oberschicht-Diät

Vergangenes Jahr fanden Forscher aus Italien heraus, dass die positiven Effekte einer mediterranen Ernährungsweise vom sozioökonomischen Status des Essers bedingt werden. Wissenschafter des Instituts Neuromed untersuchten vier Jahre lang über 18.000 Personen, ihre Erkenntnisse publizierten sie im International Journal of Epidemiology. Es zeigte sich, dass die mit einer mediterranen Ernährung assoziierten Effekte auf das Herz-Kreislauf-System stark von den Lebensumständen der Studienteilnehmer abhingen.

Konkret kamen die Forscher zu dem Schluss, dass das Risiko Krankheiten des Herz-Kreislauf-Systems zu entwickeln nur dann gesenkt wird, wenn die Person ein hohes Bildungsniveau und/oder ein hohes Einkommen (Jahreseinkommen von rund 40.000 Euro) aufweist. Bei Menschen aus weniger privilegierten Gesellschaftsschichten wurden keine positiven Auswirkungen der spezifischen Ernährungsweise festgestellt (mehr dazu hier).