Die Lauf-Bloggerin Running Zuschi

© /Horst von Bohlen

Lauf-Blogger: Motivation aus dem Netz
03/14/2017

Lauf-Blogger: Motivation aus dem Netz

Sie tun es in der Stadt, am Berg oder in Disney World – und haben alle ein Ziel: andere für das Laufen begeistern.

von Julia Pfligl

Lifestyle-Blogger gibt es viele, Fitness-Blogger, die ab und zu übers Laufen schreiben, auch – die Szene der reinen Lauf-Blogger ist in Österreich aber noch recht überschaubar. Während Sportbegeisterten (und solchen, die es werden wollen) in Deutschland und den USA ein breites Angebot an verschiedensten Running-Blogs zur Verfügung steht, beschränkt sich dieses hierzulande auf ein paar wenige. "Wir werden mehr, aber da ist noch einiges an Luft nach oben", formuliert es Barbara Winter, die gemeinsam mit ihrer Freundin Lena Hofmayr den Blog "Wien Mitte" betreibt und dort über ihre Lauf-Erlebnisse berichtet.

In der Hauptsaison sind die beiden Wienerinnen fast jedes Wochenende bei einem anderen Lauf-Event quer durch Europa anzutreffen. "95 Prozent unserer Laufreisen finanzieren wir selber", betonen sie. Jede zweite Woche joggen Barbara und Lena außerdem mit ihrer selbst initiierten Laufgruppe VIE RUN (facebook.com/vierunclub) durch Wien. "Ohne die Unterstützung und den Rückhalt der Gruppe wäre jeder Run nur halb so toll."

Entdeckungsreise

Eine der ersten Österreicherinnen, die im Internet regelmäßig über das Laufen schrieb, war Edith Zuschmann: Die 40-Jährige lernte durch das Bloggen nicht nur ihre spätere Mentorin Kathrine Switzer, die 1967 als erste Frau an einem Marathon teilnahm, sondern auch neue Freunde kennen. Denn auch sie läuft nicht nur zu Hause, sondern quasi um die Welt – in Schweden, Manhattan, Kenia. "Dieser Sport eröffnete mir eine völlig neue Sicht auf viele Dinge. Jeder einzelne Lauf wird zu einer Entdeckungsreise", sagt die Journalistin. Als nächstes möchte sie einen Bergmarathon in Südtirol bestreiten.

Auch Christian Decker mag es extrem: Der Wiener bewältigt am liebsten Ultra-Läufe ab 50 Kilometern – bei jedem Wetter und noch dazu ohne herkömmliche Sportschuhe. Aber lesen Sie selbst:

Abseits der Trampelpfade

Ihre Laufschuhe hat Edith Zuschmann immer dabei, egal, ob auf dem Land oder in der Stadt. "Bei einem Zehn-Kilometer-Lauf sieht man einfach viel mehr als bei einer normalen Sightseeing-Tour", sagt die gebürtige Niederösterreicherin, die seit zehn Jahren in Kärnten lebt. Zuletzt joggte sie durch Hongkong. "Das war schon sehr mühsam – so viele Menschen auf den Straßen." Am liebsten ist es ihr ohnehin in der Natur, etwa in den Bergen ihrer Wahlheimat. "Ich genieße die Ruhe dort. In den Bergen muss man sehr achtsam sein, weil es nicht ungefährlich ist – das ist gut für den Geist und hat einen irrsinnigen Erholungsfaktor." Die Fotos für ihren Blog "Running Zuschi" (Achtung: Wortspiel) macht übrigens ihr Mann. "Er ist selbst leidenschaftlicher Läufer, aber wegen der schweren Foto-Ausrüstung fährt er meist mit dem Mountainbike."

www.runningzuschi.com

Laufen bei Micky Maus

"Wir wollen vermitteln, dass jeder laufen kann – und soll", sagen Lena Hofmayr und Barbara Winter. Die beiden Wienerinnen, eine arbeitet in einer Social-Media-Agentur, die andere im Marketing, schreiben auf ihrem Blog nicht nur über das Laufen, sondern auch über Mode und Essen. "Wir sind keine Ultra- oder Profiläufer. Der wahre Erfolg ist, dass man bei dem, was man tut, Spaß hat." Das spiegelt sich auch in den Läufen wider, die die beiden zuletzt absolvierten: ein Halbmarathon durch Disneyland Paris im vergangenen September (mit Minnie-Maus-Ohren!) oder der Vienna Christmas Run, bei dem man entweder für das Team Weihnachtsmann oder Christkind an den Start gehen konnte. Als tollstes Erlebnis nennen die beiden dann aber doch den Wörthersee-Triathlonim Vorjahr: "Das werden wir nie vergessen. Das Triathlon-Fieber hat uns gepackt – Iron Man, wir kommen!"

www.wien-mitte.co.at

Nur nicht den Spaß verlieren

Er ist der Profi unter den Lauf-Bloggern: Als diplomierter Lauftrainer bereitet Werner Schrittwieser Hobbysportler auf Wettkämpfe vor oder bringt Anfängern bei, wie man richtig läuft. Auf seinem Blog berichtet er von seinen Erfahrungen bei diversen Laufbewerben, z.B. dem "Wings for Life Run". Dabei war es zunächst nicht absehbar, dass aus dem Niederösterreicher eines Tages ein begeisterter Läufer werden würde: "Ich war kein sehr sportliches Kind." Erst vor zehn Jahren schnürte Schrittwieser erstmals die Laufschuhe, heute läuft er vier- bis fünfmal pro Woche. Vor drei Jahren begann er, über seine große Leidenschaft zu schreiben. "Ich wollte möglichst viele Menschen an meiner Begeisterung teilhaben lassen und für den Laufsport motivieren." Was rät er Einsteigern? "Wirklich langsam beginnen und die Umfänge nicht sprunghaft steigern. Das Wichtigste ist aber, nie den Spaß am Laufen zu verlieren."

www.runningschritti.at

Laufschuhe? Braucht er nicht!

"Wir haben das richtige Laufen verlernt", sagt Christian Decker – deshalb ist sein Running-Blog anders als die anderen. Der Wiener läuft nämlich nicht in normalen Sport-, sondern in sogenannten Minimalschuhen. "Jeder Muskel, der gestützt und gedämpft wird, verliert mit der Zeit seine Kraft und Beweglichkeit", sagt Decker. Als er vor sieben Jahren damit begann, fand er im Netz wenig Langzeiterfahrungen – also schrieb er seine eigenen auf. Seitdem bekommt er "sehr viel Feedback" von Lesern, die die Laufschuhe ebenfalls an den Nagel hängen wollen. Mit seinen "FiveFingers" bewältigt Decker, der in der IT-Branche arbeitet, Ultra-Läufe, also alles, was länger als ein Marathon ist. Seinen ersten, von Salzburg nach Fuschl (55 km), wird er wohl nie vergessen: "Von sieben Stunden bin ich vier im strömenden Regen gelaufen." Abgeschreckt hat ihn das nicht – "nächstes Jahr ist der erste 100er dran".

www.wozulaufschuhe.at

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