Forscher haben ein elektronisches "Tattoo" entwickelt, das Emotionen zu erfasst.

© Todor Tsvetkov/istockphoto

Exaktere Emotionsforschung durch Tattoo
07/14/2016

Exaktere Emotionsforschung durch Tattoo

Israelische Forscher haben ein elektronisches "Tattoo" entwickelt, mit dem Emotionen auf neue Art und Weise messbar werden sollen.

Die Forscher versprechen sich von ihrer Erfindung vor allem authentischere und damit aussagekr√§ftigere Daten √ľber menschliche Emotionen. Das aufklebbare Tattoo minimiert eine m√∂gliche Beeinflussung durch St√∂rfaktoren.

Meilenstein in der Emotionsforschung

Bei der Erforschung von Emotionen ist die nat√ľrliche Messsituation von gro√üer Relevanz, um exakte Ergebnisse zu erhalten. "Werbende, Meinungsforscher, Medienprofis und andere - sie alle wollen testen, wie Menschen auf verschiedene Produkte und Situationen reagieren", erkl√§rt Projektleiter Yael Hanein, Professor f√ľr Elektrotechnik an der Tel Aviv University. Die klebende Elektrode k√∂nnte damit vor allem f√ľr Marketer und Meinungsforscher extrem n√ľtzlich sein.

Die Anatomie des Messgeräts

Das vermeintliche Tattoo besteht aus einer Kohlenstoff-Elektrode und einem leitenden Nanotech-Polymer, das deren Leistung verbessert. Obwohl es selbstklebend ist, soll es auch bei stundenlangem Tragen die Haut nicht reizen. "Die Idee ist: aufkleben und vergessen", meint Hanein. Hauptaufgabe des Testinstruments ist die Messung der elektrischen Muskelaktivität. Dies ermöglicht eine Anwendung im medizinischen Bereich und kann eben auch dem Erfassen von Emotionen dienen.

"Unsere Elektrode bietet eine einfache, praktische L√∂sung: Die √úberwachung von Gesichtsausdr√ľcken und Emotionen √ľber die elektrischen Signale der Gesichtsmuskel", erkl√§rt der Elektrotechniker. Das verspricht die M√∂glichkeit, Reaktionen beispielsweise auf Produkte unmittelbarer und objektiver zu erfassen als mit Frageb√∂gen oder auch durch die Analyse von Fotos des Gesichtsausdrucks.

Emotionsforschung nur ein "potenzielles Anwendungsgebiet"

Hanein betont, dass das nur ein potenzielles Anwendungsgebiet ist. In Zusammenarbeit mit Medizinern testet er bereits die √úberwachung der Muskelaktivit√§t bei Patienten mit neurodegenrativen Erkrankungen. Das soll aber nur der Anfang sein. Reha-Patienten nach Schlaganf√§llen k√∂nnten mithilfe solcher Tattoos potenziell die Muskelkontrolle verbessern, auch eine Steuerung von Prothesen √ľber noch vorhandene Muskulatur scheint denkbar. "In Zukunft k√∂nnten physiologische Daten, die an bestimmten Muskeln gemessen werden, als Indikator f√ľr die Aufmerksamkeit von Fahrern auf der Stra√üe dienen", so der Wissenschaftler.

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