Etwa ein bis zwei Prozent der Weltbevölkerung mit Alopecia areata konfrontiert.

© Carol_Anne/istockphoto

Wenn Frauen ihre Haare verlieren
07/04/2016

Wenn Frauen ihre Haare verlieren

Während Männer mit Glatze in der Gesellschaft weitgehend Akzeptanz genießen, ist Haarausfall bei Frauen nach wie vor ein Tabuthema.

Bis zu 100 Haare verliert der Mensch pro Tag. Problematisch ist dies nicht, da bei dieser Form des natürlichen Haarverlusts die Haarwurzeln in der Kopfhaut verbleiben, neue Haare wachsen nach und der Haarausfall führt zu keiner sichtbaren Veränderung der Kopfhaut. Davon zu unterscheiden ist Alopecia areata, der sogenannte kreisrunde Haarausfall. Hierbei handelt es sich um eine Erkrankung des Autoimmunsystems, die bewirkt, dass der Kreislauf der Haarerneuerung unterbrochen wird. Beim lokal begrenzten krankhaften Haarausfall greifen die weißen Blutkörperchen die Haarfollikel an, was wiederum die Produktionsfähigkeit der Follikel verringert und das Wachstum der Haare hemmt. Das Resultat: kreisrunde kahle Stellen. Kommt es zum gänzlichen Verlust des Kopfhaares, spricht man von Alopecia totalis. Sind auch andere Körperstellen betroffen, wird dies fachsprachlich als Alopecia universalis bezeichnet.

Laut Alopecia Areata Austria, einer Selbsthilfegruppe von betroffenen Personen mit kreisrundem Haarausfall, tritt der kreisrunde Haarausfall sowohl bei Männern als auch bei Frauen aller Altersstufen auf. Etwa ein bis zwei Prozent der Weltbevölkerung seien derzeit betroffen. Man geht jedoch davon aus, dass die Dunkelziffer beträchtlich ist.

Behandlung für Betroffene

Trotz intensiver Forschungen im Bereich der Behandlung von Alopecia areata ist es der Wissenschaft bisher nicht gelungen eine wirksame Therapieform zu entwickeln. Kurz: Kreisrunder Haarausfall ist derzeit nicht vollständig und dauerhaft heilbar. Spezielle Symptomtherapien wie beispielsweise die Topische Immuntherapie oder Behandlungen mit Kortison, Zink oder Thymuskin können zu einer Regeneration des Haarwuchses führen. Langfristige Effekte bleiben jedoch oft aus. Nach Beendigung dieser Therapien kommt es daher meist zu erneutem Haarausfall.

Auch die Psyche leidet

Neben den sichtbaren physischen Symptomen kann Haarausfall bei Frauen und auch Männern mitunter eine schwerwiegende psychische Belastung darstellen. Der Verein Alopecia Areata Deutschland (AAD), die größte Selbsthilfe-Organisation für Menschen mit Haarerkrankungen im deutschsprachen Raum, empfiehlt daher sich im Rahmen von regelmäßigen Selbsthilfetreffen mit anderen Betroffenen auszutauschen und im Ernstfall auch eine psychotherapeutische Behandlung in Betracht zu ziehen.

Weiter Informationen finden Sie unter www.kreisrunderhaarausfall.de und www.alopeciaareata.at.

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