Freiwilligenarbeit ist nicht nur gut für andere.

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Belegt: Darum sind Gutmenschen gesünder
03/13/2017

Belegt: Darum sind Gutmenschen gesünder

Forscher der belgischen Universität Gent haben den Zusammenhang zwischen Freiwilligenarbeit, Berufstätigkeit und Gesundheit untersucht. Die Ergebnisse sprechen für ein verstärktes freiwilliges Engagement.

Egal ob mit Kindern, Senioren, Tieren oder für die Umwelt: Freiwilligenarbeit zahlt sich aus – und zwar nicht nur für andere. Wer sich in den Dienst der guten Sache begibt, profitiert einer belgischen Studie zufolge gesundheitlich. Untersucht wurden über 40.000 Europäer, es zeigte sich: Der gesundheitliche Zustand von freiwilligen Helfern entsprach jenem von um fünf Jahre jüngeren Probanden, die keine Freiwilligenarbeit leisteten.

Höheres Einkommen verantwortlich

Die Autoren der Studie, die in der Online-Fachzeitschrift der Public Library of Science veröffentlicht wurde, machen einerseits das höhere Einkommen, welches Freiwillige im Schnitt aufweisen, für die gesundheitlichen Effekte verantwortlich. "Die Ergebnisse bestätigen frühere Studien, die zeigen, dass freiwillige Aktivitäten im Lebenslauf zu besseren Jobchancen führen (...)", erklärt Stijn Baert, Professor an der Universität Gent und Koautor der Studie.

Auch Psyche spielt eine Rolle

Weitere Gründe für die gute gesundheitliche Verfassung der Freiwilligen seien psychologischer Natur. So würden derartige Tätigkeiten das Selbstbewusstsein und die Selbstwirksamkeitserwartung, also die subjektive Überzeugung, neue oder schwierige Anforderungssituationen aufgrund eigener Kompetenzen bewältigen zu können, stärken und fördern. Außerdem würde das Erlernen und Verfestigen sozialer Fähigkeiten unterstützt.

Wer Arbeiten für den guten Zweck verrichtet, betätigt sich zudem körperlich und kognitiv, was wiederum Beweglichkeitsverlusten und anderen Alterserscheinungen wie Demenz vorbeugen kann. Zudem hätten neurowissenschaftliche Forschungen Freiwilligenarbeit mit der Ausschüttung der Hormone Oxytocin und Progesteron in Verbindung gebracht. Die als Vertrauenshormone bekannten Botenstoffe können Stress und Entzündungen im Körper entgegenwirken.

Frühere Studien haben bereits mehrfach ergeben, dass Freiwilligenarbeit ältere Erwachsenen und Senioren zu einem glücklicheren und gesünderen Leben verhilft. Auch Heranwachsende profitieren Untersuchungen zufolge von ehrenamtlichen Tätigkeiten.