Frau war bis zu Diagnose 200 Mal in Notaufnahme

Healthcare: Woman in doctor's office for check up.
Foto: Getty Images/iStockphoto/Pamela Moore/iStockphoto Symbolbild.

Sinead Smythe will ein Bewusstsein für die äußerst schmerzhafte Erkrankung Endometriose schaffen.

Sinead Smythe, eine 20-jährige Frau aus dem britischen Brighton, war über 200 Mal in der Notaufnahme, unterzog sich zwei Operationen und verlor zwei Jobs, weil ihre äußert schmerzvolle Endometriose immer wieder als Regelschmerzen abgetan wurde. Das berichtet unter anderem der Independent in seiner Onlineausgabe. Anfangs seien die Ärzte davon ausgegangen, dass Smythe an einer Eierstockentzündung leidet, bis bei ihr Endometriose diagnostiziert wurde.

Chronische Erkrankung

Bei Endometriose handelt es sich um eine gutartige, aber chronische Erkrankung bei Frauen im fortpflanzungsfähigen Alter. Sie tritt bei zehn bis 15 Prozent der Frauen auf, in Österreich sind rund 300.000 Frauen betroffen. Dabei treten Herde aus Gebärmutterschleimhaut an anderen Stellen im Körper aus. Diese Herde verhalten sich genauso wie die Zellen in der Gebärmutter: Sie werden von Hormonen gesteuert, unterliegen dem Zyklus und lösen Blutungen aus. Das Blut kann jedoch nicht einfach abfließen, was Zysten, Verwachsungen, Entzündungen und Vernarbungen verursachen kann, die zu teils sehr starken Schmerzen und in extremen Fällen auch zur Gefährdung anderer Organe führen können. Neben extremen Regelschmerzen können auch Schmerzen beim Sex, Wasserlassen oder Stuhlgang auftreten. Ein weiteres Symptom kann ein unerfüllter Kinderwunsch sein.

 

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Der Schmerz sei manchmal so lähmend, dass sie sich stundenlang nicht bewegen könne, wird Smythe in der Daily Mail zitiert. "Ich habe zwei Jobs im Jahr 2015 und 2016 als Rezeptionistin wegen meiner Endometriose verloren, weil ich wegen meiner täglichen Schmerzen untragbar geworden bin." Ihre Arbeitgeber hätten kein Verständnis für ihre Erkrankung gehabt, weil sie optisch nicht schlecht ausgesehen habe. 

Am ersten Weihnachtstag postete Smythe auf Instagram ein Bild von sich, das sie zu Beginn des Jahres im Krankenhaus zeigt. "Mein Start ins Jahr 2017 war entsetzlich (wie ihr auf dem Foto sehen könnt - ich war ans Krankenhaus gekettet)", schrieb sie in der Bildunterschrift. Sie könne das, was sie physisch und mental durchmachen musste, nicht in Worte fassen. "Ich weiß, es ist hart, aber sucht jeden Tag etwas Positives - auch wenn es das Aufstehen aus dem Bett am Morgen ist. Haltet eure Köpfe hoch, Ladies!"

 

Happy Christmas to all my beautiful endosisters ????I'm sending you all millions of well wishes and I pray for your new year too be happier and healthier! My start to 2017 was horrendous (as you can see in the photo - I was hospital bound). I can't even put into words what I had to go through physically and mentally but I made it, I'm currently in the same situation as last year and if I could share it with you through confidence I would but it's too personal for social media. 2018 is soon approaching and we need to have positive vibes and hope that this year coming is a step closer to a cure, or at least some more education for the world to understand and know about this illness. Finally for endometriosis to be recognised and receive all the help we deserve. I know it's hard but look for something positive in each day - even if it's getting out of bed in the morning ladies. Keep your heads high! I hope your holidays are filled with joy and not morphine or tramadol. Much love and keep fighting ???????????????? #endometriosis #endometriosisawareness #endowarrior #endometriosissucks #endometriosisjourney #endometriosisisabitch #endosisters #endosucks #endometriosissufferer #nayendosister

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Emotionale Belastung

Mehrere Ärzte hätten Smythe zu einer Entfernung der Gebärmutter geraten, für sie sei das aber im Moment keine Option und sie glaubt auch nicht, dass es für sie jemals eine sein werde: "Mein Zustand kann Unfruchtbarkeit verursachen, was bei mir jede Menge Angst auslöst, es ist furchteinflößend." Endometriose würde nicht nur enorme körperliche Schmerzen verursachen, sondern sei auch emotional auslaugend und könne bei Frauen zu Depressionen und Angst führen.

Smythe will nun Bewusstsein für Endometriose schaffen und berichtet auf einem Blog über ihre Erfahrungen damit. Ihr erster Beitrag wurde über 20.000 Mal geteilt. "Wenn wir alle gegen diese schreckliche Krankheit zusammenstehen, werden wir anderen dabei helfen, diese zu verstehen und keine Frau wird sich mehr in diesem Kampf allein fühlen", wird Smythe von der Daily Mail zitiert. "Mit einer langfristigen, unsichtbaren Krankheit zu leben ist hart, aber man darf die Endometriose nicht über sich bestimmen lassen."

(kurier / elmo) Erstellt am
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