Wellness
04.12.2017

Augenkontakt mit Babys synchronisiert Hirnwellen

Experimente zeigte größere Übereinstimmungen, wenn sich Beteiligten ansahen.

Die Interaktion zwischen Eltern und Babys erzeugt eine derart enge Verbindung, dass verschiedene Bereiche synchroniziert werden - etwa Herzschlag, Blicke oder Emotionen. Was aber währenddessen im Gehirn passiert, war bisher unbekannt. Forscher der University of Cambridge wollten daher untersuchen, ob auch die Hirnwellen von Babys und Erwachsenen durch die Interaktion synchronisiert werden können.

Gehirnwellen analysiert

Dafür hielten sie die Gehirnwellenmustern von 36 Babys mittel Elektroenzephalogramm (EEG) fest und nahmen zwei Experimente vor. Im ersten spielten sie den Babys Videos eines Erwachsenen vor, der Babylieder sang. Die Testperson blickte dabei sowohl direkt in die Kamera, wendete aber auch den Kopf. Die Gehirnwellen der Erwachsenen waren zuvor aufgezeichnet worden. Ein Vergleich zeigte, dass die Gehirnwellen von Sänger und Baby synchroner waren, wenn die beiden Blickkontakt hatten.

Im zweiten Experiment beschäftigte statt des Videos ein Erwachsener mit dem Baby. Die Person blickte dem Baby direkt ins Gesicht und wandte ebenso wie im Video den Kopf, während wiederum Kinderlieder gesungen wurden. Weil bei beiden die Gehirnwellen dabei aufgezeichnet wurden, konnten die Forscher die Übereinstimmungen besser bewerten.

Bei Augenkontakt stärkere Synchronisierung

Es zeigte sich, dass sich die Wellen besonders dann synchronisierten, wenn Augenkontakt bestand. Für Studienautorin Victoria Leong zeigt das: "Wenn sich ein Erwachsener und ein Kind anschauen, signalisieren sie ihre Bereitschaft, miteinander zu kommunizieren. Wir fanden heraus, dass die Gehirne von Erwachsenen als auch von Kindern auf ein Augensignal reagieren, indem sie synchroner mit ihrem Gegenüber werden." Bis jetzt wisse man noch nicht, was diese Synchronität der Gehirnwellen verursache. Aber die Ergebnisse zeigen, dass Blickkontakt und Stimme beide eine Rolle spielen.