Wellness
03.11.2017

Sex: Eine Frage der Definition

Wie heterosexuelle Menschen Sex definieren, wurde bereits mehrfach untersucht. US-Forscher widmeten sich nun erstmals der Frage, welche Ansichten homosexuelle Paare dazu haben.

Orale Befriedigung, Penetration, Petting: Auf die Frage, wo Sex anfängt, gibt es viele Antworten. In der Forschung fokussieren sich Wissenschafter meist auf heterosexuelle Paare und ihre Zugänge zum Geschlechtsakt.

Eine Studie, die von Forschern der University of Utah durchgeführt wurde, löst sich von diesem heteronormativen Verständnis von Sex und zeigt auf, wie homo- und bisexuelle Menschen Sex verstehen.

Sex ist nicht gleich Sex

Befragt wurden 700 schwule, lesbische und bisexuelle Personen. Im ersten Teil der Erhebung wurde danach gefragt, wie die Teilnehmer Sex definieren. In der zweiten Befragungsrunde ging es darum zu bestimmen, ab wann Intimität beim Fremdgehen des Partners als sexueller Akt eingestuft wird.

Bei schwulen Männern fiel das Ergebnis am eindeutigsten aus: 90 Prozent der Befragten definierten Sex als anale Penetration. Ein weitaus aufgefächerteres Bild ergab die Analyse der Antworten der Probandinnen. Sie nannten eine ganze Bandbreite unterschiedlicher sexueller Handlungen, darunter das Einführen von Sexspielzeug, orale Befriedigung sowie die Stimulation mit der Hand.

Was als Sex verstanden wird, änderte sich bei den Probanden jedenfalls dann, wenn es darum ging zu beurteilen, ob es sich um Geschlechtsverkehr handelt, wenn dieser vom eigenen Partner mit jemand anderem vollzogen wird. "Probanden, die befragt wurden, wie das Verhalten des Partners außerhalb der eigenen Beziehung zu definieren sei, definierten Handlungen als Sex, die sie bei sich selbst nicht als solche definiert hätten", betonen die Forscher in ihrem Bericht.

Mit ihrer Erhebung unterstreicht das Forscher-Team rund um Psychologin Kelsey K. Sewell nicht nur, wie limitiert frühere Untersuchungen zur Einordnung sexueller Akte sind. Es gilt auch sexuelle Normen zu hinterfragen, die - wie sich deutlich zeigt - je nach sexueller Orientierung unterschiedlich ausfallen.

Wer kommt oft, wer selten, wer gar nicht - und warum?

Erst Anfang des Jahres hatte ein Forscherteam der University of California eine Studie veröffentlicht, in der eine detaillierte Analyse des menschlichen Orgasmus vorgestellt wurde.

Konkret wurde der Frage nachgegangen, ob es beim Kommen Unterschiede gibt. Also, ob Hetero-, Homo- oder Bisexuelle mehr beziehungsweise weniger Höhepunkte beim Sex haben und welche Rahmenbedingungen es dafür braucht (mehr dazu hier).