Wellness
01.12.2017

Darum lässt uns der Wecker nur 9 Minuten schlummern

Neun Minuten – so lange lassen uns klassische Wecker schlummern. Doch warum genau neun Minuten?

Morgenmuffel lieben sie, bei Schlafforschern genießt sie nicht den besten Ruf: die Schlummertaste. Wer zuhause noch einen analogen Wecker besitzt oder von einem Radiowecker mit digitaler Anzeige wachgerüttelt wird, hat sich womöglich schon einmal gefragt, warum die automatisch voreingestellte Dauer der Schlummerphase genau neun Minuten beträgt.

Die Antwort ist simpel und aufschlussreich: Erfunden – und entsprechend in Wecker integriert – wurde die Snooze-Funktion in den 50er-Jahren. Wie die Welt online berichtet, hatten Uhren damals noch ein mechanisches Gehäuse. Dieses ließ eine problemlose Einstellung auf zehn oder mehr Minuten nicht zu, da der Schlummer-Taste an den Minutenzeiger gekoppelt wurde. Die Alarm-Intervalle mussten sich an der Mechanik im Uhren-Gehäuse orientieren und den Entwicklern blieb nichts anderes übrig, als die Zeitdauer auf neun Minuten einzustellen.

Mit heutigem Stand der Technik ist diese Restriktion natürlich längst überholt. Heutzutage kann man auf Smartphones der Snooze-Funktion jede beliebige Zeitspanne zuweisen. Allerdings beträgt auch beim iPhone die voreingestellte Schlummerzeit neun Minuten. Apple zollt mit seiner 9-Minuten-Schlummerfunktion der Entwicklung der Uhr Respekt. Sie ist sozusagen eine Hommage an die Geschichte.

Nur nicht schlummern

Aus Sicht der Schlafmedizin stellt die Snooze-Taste keine optimale Funktion für ein erholsames Aufwachen und für unseren Tagesablauf dar. "Durch das ständige 'snoozen' kann es passieren, dass der Körper immer wieder in eine Tiefschlafphase fällt. Ein Erwachen aus dem Tiefschlaf führt zur sogenannten 'Schlaftrunkenheit', was zur Folge hat, dass man noch schwerer in die Gänge kommt und auch tagsüber müder ist", so Dr. Doris Moser, Klinische und Gesundheitspsychologin an der Universitätsklinik für Neurologie am AKH Wien, in einem früheren Interview mit kurier.at. Man müsse sich daher wohl oder übel entscheiden: für den Schlaf oder für das Wachsein. Die Expertin für Schlafstörungen rät allgemein dazu, sich den Wecker grundsätzlich "lieber später zu stellen, um dann gleich aufzustehen."