Weihnachten 24.12.2011

Neuseeland: „Schoko-Kekse schmelzen sofort“

Ein gebürtiger Zwettler lebt seit Jahren in Neuseeland und feiert mit seiner Familie Weihnachten bei rund 25 Grad Celsius.

Seit 13 Jahren lebt Bernhard Schneider in Neuseeland. Er liebt seine neue Heimat, die Landschaft und die offene Art der „Kiwis“, wie er die Einwohner nennt. Als Großhändler sorgt er hier dafür, dass die Waldviertler Bio-Produkte aus dem Hause Sonnentor reißenden Absatz in Australien und Asien finden. Doch zu Weihnachten plagen ihn besondere Sehnsüchte. „Ich vermisse weiße Weihnachten und einen Winterspaziergang im Klosterwald in Stift Zwettl“, sagt er. In seinem Haus am Meer versucht er mit seiner Frau Martina und seinen beiden Söhnen Maximilian und Luis dennoch ein österreichisches Fest zu feiern.

 

Sommer

Doch das ist in Neuseeland alles andere als einfach. „Bei uns ist es Sommer. Wir müssen Weihnachten bei 25 Grad Celsius in kurzer Hose und kurzen T-Shirts zelebrieren“, sagt Bernhard Schneider. Der 42-jährige Auslands-Zwettler gibt sich trotz des beruflichen Trubels bis spät am Heiligen Abend aber Mühe, um ein besinnliches Flair zu vermitteln.

Dazu gehört ein Adventkranz, selbst gegossene Bienenwachskerzen, das Singen von Weihnachtsliedern, Vanillekipferl und andere Bäckereien. Einziger Nachteil: „In Neuseeland schmilzt die Schokolade auf der Weihnachtsbäckerei besonders schnell“, sagt Schneider und beginnt zu schmunzeln.

Sein Weihnachtsfest beginnt am 24. Dezember mit einem traditionellen Strandspaziergang mit der Familie. „Sobald wir zuhause sind, werden die Badesachen getrocknet und das Essen zubereitet“, erzählt er. Seine Söhne wünschen sich jedes Jahr wieder Sushi, gekochte Muscheln und zum Nachtisch Eiscreme mit frischen Erdbeeren, roten Ribiseln und Kiwis aus dem Garten.

Wie in Österreich kommt auch bei den Schneiders am 24. Dezember das Christkind. „Wie von Zauberhand läutet das Glöckchen. Ein Zeichen für unsere Kids, die Packerl zu öffnen“, sagt Schneider. Aber eigentlich sei der Santa Claus in Neuseeland Tradition, der am 25. Dezember die Geschenke bringt. Während der Feiertage übersiedelt ein kleiner „lebender“ Weihnachtsbaum ins Haus. „Der wird sowohl mit Strohsternen aus Österreich, als auch mit Mitbringseln aus China und Singapur geschmückt“, erklärt der Sonnentor-Botschafter. Sein Baum, der später wieder in den Garten kommt, sei – wie er sagt – eine dekorative Mischung aus westlichen Ideen mit asiatischen und südpazifischen Einflüssen.

Genau das ist Bernhard Schneider wichtig. Er will seinen Söhnen Maximilian und Luis das „Beste aus zwei Welten bieten“ – sowohl aus Österreich als auch aus Neuseeland. Aus der 18.300 Kilometer entfernten Stadt Nelson schickt die Familie Schneider allen Waldviertlern via KURIER Grüße: „Ein frohes Weihnachtsfest.“

( Kurier ) Erstellt am 24.12.2011