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Tierschutz
12/15/2015

Alternativen zum Tier unterm Christbaum

Hunderte Haustiere werden nach Weihnachten abgegeben.

von Birgit Seiser

"Liebes Christkind, ich wünsche mir eine Katze, einen Hund und einen Hamster" – Zeilen, die so oder ähnlich wohl zigtausendfach auf den Wunschzetteln stehen. Aber auch wenn die Kinder vor Weihnachten besonders brav sind, sollten Eltern auf keinen Fall ein Haustier unter den Weihnachtsbaum setzen. Zu oft folgt nach den Feiertagen die Ernüchterung.

"Wenn sich die Erkenntnis breit macht, dass das süße Kätzchen oder der knuffige Hundewelpe nicht ewig so klein bleibt, sondern wächst und viel Zeit, Verantwortung und Pflege benötigt und auch Kosten verursacht, werden lebende Geschenke schnell einfach ausgesetzt oder im Tierheim abgegeben", sagt die Präsidentin des Wiener Tierschutzvereins, Madeleine Petrovic.

Geschenke im Tierheim

Allein in der Bundeshauptstadt werden zwischen 27. Dezember und 31. Jänner jährlich rund 70 bis 100 Hunde, Katzen und Kleintiere in die Obhut des Tierschutzvereins gegeben. Wie viele lebende Geschenke zusätzlich ausgesetzt werden, ist nicht bekannt.

Die Zoohandelskette "Fressnapf" hat sich entschieden, die Versuchung, ein Haustier zu schenken, von vornherein zu unterbinden. In den Filialen der Kette werden ab dem 17. Dezember bis nach Weihnachten bundesweit keine Haustiere verkauft. "Wir machen das seit 2013 und haben keine Umsatzeinbußen dadurch. Manche Kunden fragen zwar, warum sie ihren Kindern den großen Wunsch nicht erfüllen können, aber im Endeffekt gibt es Verständnis für unsere Entscheidung", erklärt Fressnapf-Sprecher Jürgen Seiwaldstätter.

Die Alternativen, wie Eltern trotzdem den Traum vom Haustier erfüllen können, sind kreativ, erklärt Seiwaldstätter: "Wir empfehlen, vor Weihnachten einmal das Zubehör für das Tier und ein Buch über die jeweilige Haltung zu kaufen. Will das Kind etwa ein Kaninchen, bekommt es erst einmal einen Käfig und Material bei dem es sich über das Leben mit Kaninchen informieren kann."

Stofftier als Probe

Unter dem Christbaum steht dann etwa der kleine Käfig oder Stall mit einem Stofftier drinnen – klingt ungewöhnlich, bringt aber sowohl für die Kinder als auch die Tiere Vorteile. "Erstens können sich die Kleinen über die Feiertage damit auseinandersetzen was es heißt, ein Haustier zu haben, und zweitens ergibt sich dadurch die Möglichkeit, das Tier nach den Weihnachtsferien selbst auszusuchen", sagt Seiwaldstätter. Das stärke die Bindung zwischen Tier und Besitzer und das Haustier wird nicht als eines von vielen Spielzeugen angesehen, dass einfach unter dem Christbaum liegt. Der wohl positivste Aspekt daran ist aber wohl, dass die Vorfreude – die ja bekanntlich die schöne Freude ist – noch über die ganzen Feiertage hinweg anhält.

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