Teure Weltmeister: Sollten die Spanier ihren Titel von 2010 verteidigen, würde jeder Spieler die Rekordprämie von 720.000 Euro erhalten.

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WM-Superlative
06/11/2014

Startschuss für die Milliarden-Spiele

Das Turnier in Brasilien sprengt alle Rekorde – positiver, aber auch negativer Natur.

von Stephan Blumenschein

10,5 Milliarden Euro betragen die Investitionen, die Brasilien bisher getätigt hat. Darunter fallen die Kosten für die Stadien, die Flughäfen, die innerstädtische Infrastruktur, die Telekommunikation und die Sicherheit.

3,31 Milliarden Euro werden als WM-Gesamteinnahmen der FIFA erwartet. Nach Abzug aller Kosten rechnet der Weltverband mit 1,62 Milliarden Gewinn. Davon gehen 587 Millionen in die Fußball-Entwicklungshilfe, 385 Millionen werden in andere FIFA-Turniere investiert. Rund 150 Millionen gehen an die nationalen Verbände, 73,49 Millionen an WM-Gastgeber Brasilien.

3,2 Milliarden TV-Seher waren bei der WM 2010 in Südafrika dabei. Diese Zahl soll in Brasilien laut FIFA-Berechnungen wegen der günstigen Beginnzeiten für den amerikanischen Kontinent noch übertroffen werden.

2,66 Milliarden Euro betragen die (Um-)Baukosten der 12 WM-Stadien. Das Maracanã in Rio de Janeiro war mit 430 Millionen für den Umbau das teuerste Stadion. In Curitiba kam man mit 80 Millionen Euro aus, um die Arena da Baixada umzubauen.

1,02 Milliarden Euro betragen laut Angaben der FIFA die Einnahmen aus dem Verkauf der Werbe- und TV-Rechte für die WM 2014.

909,6 Millionen TV-Seher waren laut FIFA-Angaben beim WM-Finale 2010 zwischen Spanien und den Niederlanden zumindest eine Minute lang dabei. In diesem Jahr soll beim Finale am 13. Juli die Milliarden-Grenze gesprengt werden.

51,3 Millionen Euro erhalten die Vereine der WM-Spieler als Entschädigungszahlung von der FIFA. Aus der österreichischen Liga werden die Austria (für den Australier James Holland) und Sturm (für den Bosnier Anel Hadzic) Geld bekommen.

25,64 Millionen Euro an Prämie erhält der Weltmeister von der FIFA. Der Finalist bekommt um 7,33 Millionen weniger. Jeder der 32 Teilnehmer darf sich zumindest über ein Startgeld von 5,86 Millionen freuen. Mit 423,28 Millionen schüttet die FIFA die höchste Preisgeldsumme der Geschichte aus.

4,7 Millionen Eurolässt sich der italienische Verband die WM kosten. Mit einem Containerschiff wurden Lebensmittel, Trainingsgeräte, TV-Apparate und Playstations nach Brasilien gebracht. Für das Resort in Mangaratiba müssen die Italiener insgesamt 806.000 Euro zahlen. Ein Zimmer kostet 350 Euro pro Nacht.

3 Millionen Eintrittskarten wurden insgesamt für die 64 WM-Spiele aufgelegt. Diese kosteten für Ausländer zwischen 66 und 730 Euro, für Brasilianer hingegen nur zwischen zehn und 650 Euro.720.000 Eurowürde jeder spanische Spieler erhalten, sollte der WM-Titel gewonnen werden.

618.084 Sitzplätzehaben die 12 WM-Stadien. Das größte Fassungsvermögen hat das Maracanã in Rio mit 74.689 Sitzplätzen, das kleinste Stadion ist die Arena da Baixada in Curitiba mit 38.533 Sitzplätzen.

18.600 Medienvertreter sind für das Turnier in Brasilien akkreditiert. Das sind um jeweils 3000 mehr als noch bei der WM 2006 in Deutschland und der WM 2010 in Südafrika.

168 Kameras der deutschen Firma Goal Control sind im Einsatz, um in den zwölf Stadien die Frage zu klären: "Tor oder Nicht-Tor?"

80 Zentimeter und damit rund doppelt so breit wie normale Sitze sind jene rund 70 Plätze in jedem der 12 WM-Stadien für fettleibige Zuschauer. Tickets für diese erhielten aber nur Brasilianer, die mit ärztlichem Attest einen Body-Mass-Index (BMI) von über 30 nachweisen konnten (als normal gilt ein Wert zwischen 18 und 25).

79,95 Eurokostet ein Trikot der Deutschen, die Stutzen gibt es um 17,95 Euro, eine Hose kostet 37,95 Euro.

43 Jahre alt wird am 21. Juni der kolumbianische Tormann Faryd Mondragón. Wird er eingesetzt, würde er er Kamerun-Legende Roger Milla als ältesten Spieler bei einer WM ablösen.

34 TV-Kameras sind bei jedem WM-Spiel im Einsatz. Rund 3000 Mitarbeiter aus 48 Nationen sind für die Übertragungen verantwortlich.

Eine Megametropole mit Megastaus

Es ist eine unglaubliche Zahl: Am 23. Mai wurde der längste Stau in der Geschichte der Stadt São Paulo registriert. Über eine Strecke von 344 Kilometer stand laut der Verkehrsbehörde CET der Verkehr still.

Alleine diese Meldung verdeutlicht die Probleme der mit mehr als elf Millionen Einwohnern größten Stadt Südamerikas. Zu viele Menschen mit zu vielen Autos leben auf viel zu kleinem Raum. Über sieben Millionen Fahrzeuge sorgen für einen täglichen Verkehrsinfarkt.

Aber die WM-Eröffnungsstadt ist auch das Herz der brasilianischen Wirtschaft: Rund zwölf Prozent des Bruttoinlandsproduktes werden in der Metropole erwirtschaftet. Im gleichnamigen Bundesstaat ist es sogar rund ein Drittel. In São Paulo ist zudem Lateinamerikas größte Börse, die Bovespa, ansässig.

Die 1554 von Jesuiten gegründete Stadt ist durch zahlreiche Einwanderer aus aller Welt multikulturell geprägt mit wesentlichen portugiesischen, italienischen, deutschen, libanesischen und japanischen Einflüssen.

São Paulo ist aber auch ein Zentrum der brasilianischen Fußballkunst. Mit dem FC São Paulo, den Corinthians und Portuguesa sind drei Großklubs in der Stadt beheimatet.

Angenehmer als der Verkehr sind die Temperaturen: Zur Anpfiffzeit des Eröffnungsspiels zwischen Brasilien und Kroatien um 17 Uhr Ortszeit soll es am Donnerstag knapp über 20 Grad haben.

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