Slimani köpfelte Algerien ins Achtelfinale.

© REUTERS/AMR ABDALLAH DALSH

WM 2014
06/26/2014

Algerien schickt Russland nach Hause

Die Afrikaner stehen überraschend im Achtelfinale. Belgien gewinnt die Gruppe H.

Halbzeit bei der WM. 32 Nationalmannschaften waren angetreten, seit Donnerstag steht fest, welche 16 Teams weiterspielen dürfen. Die jeweils zwei Aufsteiger aus den acht Gruppen stehen fest. Nach einem Tag Pause beginnt die K.o.-Phase. Wobei schon etliche Stars K.o. gegangen sind, ohne diese Phase überhaupt zu erreichen.

Bei der allerletzten Entscheidung der Gruppenphase war aber keiner der Superstars in Gefahr. Weil keiner beteiligt war, der ähnlichen Kultstatus hat wie Cristiano Ronaldo. Bei den Belgiern tummeln sich zwar einige tolle Kicker, die viel Potenzial haben, aber noch lange keinen Kultstatus. Zudem bestand keinerlei Gefahr, dass die Belgier ausscheiden, weil die Mannschaft von Marc Wilmots schon vor dem letzten Spiel als Aufsteiger festgestanden ist.

Um 17 Uhr brasilianischer Zeit begann die letzte Entscheidung, startete ein Dreikampf um den letzten Startplatz.

Gute Ausgangslage

Die beste Ausgangslage hatte dabei Algerien. Die Nordafrikaner gingen mit drei Punkten in Curitiba ins Spiel gegen die Russen, die bis dahin nur einen Punkt geholt hatten. Algerien hatte sogar die Chance, mit einem Sieg Belgien (im Fall einer Niederlage gegen Südkorea) zu überholen. Das hätte den Vorteil gehabt, dass man als Gruppensieger im Achtelfinale nicht gegen Deutschland spielen müsste.

Deutschland oder USA im Achtelfinale? Diese Entscheidung konnten in São Paulo die Belgier treffen. Mit einem Punkt wäre der Gruppensieg sicher gewesen. Weit schwieriger war die Ausgangsposition für Südkorea – dem vierten Teilnehmer aus dem asiatischen Kontinentalverband (Japan, Iran und Australien waren schon ausgeschieden). Südkorea hätte auf jeden Fall sehr hoch gewinnen müssen und dann hoffen, dass sich Algerien und Russland remis trennen. Oder hoch gewinnen und darauf hoffen, dass Russland nicht ganz so hoch gewinnt.

Es waren die Russen, die sich nicht lange mit Rechnereien befassten.

6. Minute: Ein Klasse-Angriff der Russen über die linke Seite. Kombarow flankte punktgenau auf den Kopf von Kokorin. Zu diesem Zeitpunkt ist Russland Deutschlands Gegner im Achtelfinale. Und ab diesem Zeitpunkt ist fast 40 Minuten lang tote Hose. In Curitiba wie in Sao Paolo. Mit diesem Treffer hat Kokorin dafür gesorgt, dass die Gruppe H nicht die Schlafwagen-Gruppe ist, was den Torerfolg betrifft.

Es war Treffer Nr. 13 (in Gruppe D fielen nur 12). Wobei allerdings gleich sechs Treffer in einem Spiel gefallen waren – beim 2:4 von Südkorea gegen Algerien. Die erinnerten sich in der zweiten Halbzeit daran, dass sie auch torgefährlich werden können.

60. Minute: Ein Freistoß von rechts, den Slimani wuchtig zum Ausgleich ins Tor köpfelte. Damit ist zu diesem Zeitpunkt Algerien der Gegner von Deutschland im Achtelfinale. Marcel Koller schaute sich auch das dritte Gruppenspiel der Russen (ab September Gegner in der EM-Qualifikation) vor Ort an. Österreichs Teamchef sah dabei schon den zweiten Patzer von Russlands Tormann Akinfeew. Gegen Südkorea war ihm der Ball zum Ausgleich zwischen den Händen durchgerutscht. Gegen Algerien verflog er sich im Strafraum, sodass Slimani von der Fünferlinie köpfeln konnte.

In Curitiba konnten sich die Fans über zwei Höhepunkte in Form von Toren freuen. In São Paulo gab es vorerst nur einen Aufreger. Der Belgier Steven Defour vom FC Porto sah kurz vor der Pause nach einem gemeinen Tritt gegen ein südkoreanisches Schienbein die rote Karte.

Defour durfte aber nur deshalb spielen, weil Wilmots Spieler schonte, die bei den Siegen gegen Russland und Algerien dabei waren. So standen Hazard, Witsel, Kompany, de Bruyne und Lukaku nicht in der Startelf.

78. Minute: Belgiens Linksverteidiger Vertonghen hatte Mitleid mit den Fans und traf in Unterzahl zum 1:0. Die Belgier steigen somit ungeschlagen mit ihrem Geduldsspiel auf. Sie haben alle ihre vier Tore in den letzten 20 Minuten geschossen: Fellaini (70.) und Mertens (80.) gegen Algerien, Origi (78.) gegen Russland. Und jetzt Vertonghen.

Algerien - Russland 1:1 (0:1)

Curitiba, Arena da Baixada, 38.000, SR Cakir (TUR).


Torfolge: 0:1 ( 6.) Kokorin
1:1 (60.) Slimani

Algerien: Mbolhi - Mandi, Belkalem, Halliche, Mesbah - Medjani, Bentaleb - Feghouli, Brahimi (71. Yebda), Djabou (77. Ghilas) - Slimani (91. Soudani)

Russland: Akinfejew - Koslow, Beresuzki, Ignaschewitsch, Kombarow - Gluschakow (46. Denisow), Faisulin - Samedow, Kokorin, Schatow (67. Dsagojew) - Kerschakow (81. Kannunikow)

Gelbe Karten: Mesbah, Ghilas, Cadamuro bzw. Kombarow, Koslow

Südkorea - Belgien 0:1 (0:0)

Sao Paulo, Corinthians Arena, 55.000, SR Williams (AUS).

Tor: 0:1 (78.) Vertonghen

Südkorea: Kim Seung Gyu - Lee Yong, Kim Youn Gwon, Hong Jeong Ho, Yun - Han (46. Lee Keun-Ho), Ki - Lee Chung Yong, Koo, Son (73. Ji Dong-Won) - Kim Shin Wook (66. Kim Bo-Kyung)

Belgien: Courtois - Vanden Borre, Van Buyten, Lombaerts, Vertonghen - Defour, Dembele - Mertens (60. Origi), Fellaini, Januzaj (60. Chadli) - Mirallas (88. Hazard)

Rote Karte: Defour (45., Foul)

Gelbe Karten: Hong Jeong Ho bzw. Dembele

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