Samba-Prinz: Eine Samba-Schule in Rio de Janeiro widmete einen ganzen Wagen ihrem Idol Ronaldo.

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Noch 100 Tage bis zur WM
03/04/2014

Ronaldo: "Ich zähle die Tage bis zur Show"

Der einst erfolgreichste Torjäger veröffentlicht im KURIER seine Gedanken zur WM in Brasilien.

Nur noch 100 Tage. Schwer zu glauben, dass es bald so weit ist. Es scheint erst gestern gewesen zu sein, als Brasilien den Zuschlag für die Fußball-WM erhielt. Ich erinnere mich, wie bewegt ich war, als ich erfuhr, dass mein Land das wichtigste Fußballereignis des Planeten organisieren würde.

Heute bin ich nicht mehr als Spieler auf dem Platz. Aber ich gebe zu, dass es für mich der gleiche Nervenkitzel ist wie damals, als ich in ein entscheidendes Spiel ging. Ist denn die Fußball-WM nicht so etwas wie ein entscheidendes Spiel, in dem Brasilien seinen Status auf internationaler Ebene noch mehr festigt? Wir stehen im Rampenlicht und haben die Chance zu zeigen, was Brasilien und sein Volk wirklich darstellen.

Liebe zum Sport

Mit der Veranstaltung der Fußball-WM und der Olympischen Spiele 2016 haben wir die Möglichkeit, der Welt vor Augen zu führen, dass wir ein sportverliebtes Land sind. Aber auch, dass wir eine starke Wirtschaft haben, führend in der Biotechnologie und unter den bedeutendsten Produzenten von Fleisch, Erzen und Soja sind. Demnächst werden Tausende ausländische Touristen und Journalisten auf unseren Flughäfen ankommen, voller Neugier und mit dem Wunsch, das wahre Brasilien kennenzulernen.

Wir sind auch ein Land mit starken sozialen Kontrasten. Aber wir haben wichtige Fortschritte beim Abbau dieser Kontraste gemacht. Brasilien hat eine vielfältige Gesellschaft, aber eine mit Zusammenhalt. Wir sind ein Land mit talentierten, einsatzfreudigen, kreativen und innovativen Menschen. Diese Merkmale zeigen sich in den schwindelerregenden Dribbelkünsten eines Neymar, in der Musik eines Tom Jobim und in den wissenschaftlichen Leistungen eines Miguel Nicolelis, der mit seinen Forschungen gelähmten Menschen wieder Hoffnung gibt.

Unser Land ist farbenfroh, die Natur ist atemberaubend. Der zur Fußball-WM angereiste Tourist sollte sich auf eine unvergessliche Erfahrung einstellen: Niemand geht hier weg ohne eine schöne Erinnerung. Wenn man die Strände des Nordostens kennengelernt hat, die unermessliche Weite des Amazonas und die Verbindung von Meer und Gebirge, die Rio de Janeiro wie ein Gemälde wirken lässt. Wir sind ein Land der Freude, und mit dieser Freude werden wir Besucher mit offenen Armen empfangen.

Viel Arbeit

Doch bis dahin liegt noch ein Stück Arbeit vor uns. Als Mitglied des Verwaltungsrates des lokalen Organisationskomitees der FIFA-WM erlebe ich hautnah den Einsatz all jener, die mithelfen, ein einzigartiges Spektakel auf die Beine zu stellen. In allen zwölf Austragungsorten konnte ich die Arbeit Tausender engagierter Menschen sehen.

Im Zuge der Vorbereitungen mussten wir uns bereits harten Tests unterziehen. Im vergangenen Jahr haben wir die bis heute beste Auflage des Confederations Cup ausgetragen. Mit dieser Meinung stehe ich nicht alleine da. Fans, Journalisten und FIFA-Präsident Joseph Blatter teilen meine Auffassung.

Kaum sechs Monate später veranstalteten wir die Gruppenauslosung in Costa do Sauípe, im Bundesstaat Bahia. Nachdem sie dort die Städte, in denen sie ihre Spiele bestreiten werden, kennengelernt hatten, diskutierten die 32 qualifizierten Mannschaften mit Vertretern des lokalen Organisationskomitees, der FIFA und der brasilianischen Regierung ihre operativen Pläne.

Dieser Austausch zwischen Organisatoren und Mannschaften setzt sich fort und erreichte im vergangenen Monat mit dem in Costão do Santinho/Florianópolis stattfindenden Treffen der Betreuer aller 32 Teams eine weitere Etappe. Themen wie Sicherheit, öffentlicher Verkehr und Betreuung der Mannschaften wurden dabei im Detail besprochen.

Der letzte Schliff

Nun biegen wir in die Zielgerade ein. Seit Jahresbeginn haben wir zwei neue Stadien eingeweiht: Die Arenen in Natal und in Porto Alegre. Es sind schöne Stadien, so wie es die Arena Amazonas, die Arena da Baixada, die Arena Pantanal und die Arena Corinthians ebenfalls werden.

Bis zur WM werden die Stadien noch Testdurchläufen unterzogen, die für die Feinabstimmung aller an der Organisation Beteiligten fundamental sind.

Nicht mehr allzu lang und dann beginnt die Show und das Aufeinandertreffen der besten Spieler des Planeten. Messi, Cristiano Ronaldo, Iniesta, Neymar … Ich freue mich schon und erwarte Sie in Brasilien.

Bis dann bei der WM!

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