Senior aktiv: Gianluigi Buffon gönnt sich allemal im Training eine kleine Pause - wenn es um den fußballerischen Ernstfall geht, ist die Institution von Italiens Serienmeister Juventus stets hellwach.

© APA/EPA/ETTORE FERRARI

Rekordmann
06/14/2014

Rückschlag für Italiens Dauerbrenner Buffon

Der Goalie ist zum fünften Mal bei einer WM dabei. Gegen England fehlt er allerdings.

von Stephan Blumenschein

Kameruns WM-Teilnehmer Fabrice Olinga, der mit knapp 18 der jüngste Spieler in Brasilien ist, war gerade zwei Jahre alt, da war der Italiener Gianluigi Buffon schon bei einer WM-Endrunde dabei: 1998 stand der Tormann erstmals im WM-Kader der Squadra Azzurra.

Das Turnier in Brasilien wird für den mittlerweile 36-Jährigen sein bereits fünftes sein. Damit stellt Buffon den Rekord des Mexikaners Antonio Carbajal und des Deutschen Lothar Matthäus ein, den bisher einzigen Spielern mit so vielen WM-Starts.

"Es macht mich noch immer sehr stolz, dass ich für Italien spielen darf. Es war von klein auf mein Traum, mein Land zu vertreten", sagt Italiens Rekord-Teamspieler, der die Hymne auch in der Nacht auf Sonntag bei seinem 141. Länderspiel, dem "Rumble in the Jungle" in Manaus gegen England (24 Uhr MESZ, liveORFeins, ARD, SRF2), voller Inbrunst trällern würde – wäre da nicht die Verletzung, die er sich im Abschlusstraining geholt hatte. Medien spekulierten, Buffon bestätigte seinen Ausfall fürs England-Match. "Es gibt viele Wege, um wichtig zu sein, auch wenn man kein Protagonist auf dem Platz ist", schrieb der 36-Jährige auf Twitter. "Forza Salvatore", schrieb Buffon, der im Abschlusstraining leicht umgeknickt war und die Einheit abgebrochen hatte. Für ihn wird voraussichtlich der 27-jährige Salvatore Sirigu von Paris St. Germain spielen.

Schattenseiten

Der Welttorhüter von 2003, 2004, 2006 und 2007 ist nicht mehr der Jüngste, aber auch noch mit 36 gehört er zu den Weltbesten seines Fachs. "Buffon ist Kapitän und Vorbild. Und vor allem hat er es geschafft, dass das Team versteht, was es bedeutet, das italienische Trikot zu tragen", meinte Teamchef Cesare Prandelli.

Seine sportlichen Qualitäten sind unumstritten. Und trotzdem ist der Weltmeister von 2006 umstritten, der seit 13 Jahren das Tor von Serienmeister Juventus hütet.

Eine Nähe zur extremen Rechten wird ihm nachgesagt, auch weil er unbedingt mit der Nummer 88 spielen wollte. Diese gilt nämlich als Schlüsselsymbol des Rechtsextremismus. "Die 88 habe ich genommen, weil sie vier Eier hat. Und beim Fußball braucht man Eier", lautete sinngemäß seine Erklärung. Dass er mit dem bekennenden Kommunisten und ehemaligen Nationalteamkollegen Cristiano Lucarelli 2010 den Klub seiner Geburtsstadt Carrara übernommen hat, passt dann irgendwie nicht ins Bild.

Vor der EM 2012 war in italienischen Zeitungen von einer angeblichen Verwicklung in dubiose Wettgeschäfte die Rede, nachdem in einem Wettbüro in Parma Geldeingänge in Höhe von rund 1,5 Millionen Euro von Buffon gefunden worden waren. "Ich habe nichts Schlechtes gemacht und bin niemandem Erklärungen schuldig", meinte Buffon. Redseliger war damals sein Anwalt: Der Besitzer des Wettbüros sei ein langjähriger Freund und wickle Investments ab. "Für den größten Überweisungsbetrag wurden 20 Rolex gekauft. Die liegen im Safe von Buffon", erklärte Marco Valerio Corini 2012.

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